Wirtschaftlichkeit · Abschreibung
Abschreibung von Robotern.Was § 7 EStG und die AfA-Tabellen sagen.
Roboter im Anlagevermögen werden nach § 7 Abs. 1 EStG linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Für bewegliche Wirtschaftsgüter, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft werden, erlaubt § 7 Abs. 2 EStG die degressive AfA mit höchstens dem Dreifachen des linearen Satzes und höchstens 30 %. Die AfA-Tabelle für die Kraftfahrzeugindustrie nennt für Roboter 5 Jahre. Die allgemeine AfA-Tabelle AV hat keinen eigenen Eintrag für Industrieroboter. Allgemeine Information, keine Steuerberatung, Stand Oktober 2026.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Grundlage
Roboter-Abschreibung: die gesetzliche Grundlage.
§ 7 Abs. 1 Satz 1 Einkommensteuergesetz regelt die Absetzung für Abnutzung in gleichen Jahresbeträgen. Abzusetzen ist jedes Jahr der Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten, der bei gleichmäßiger Verteilung auf die Gesamtdauer der Nutzung auf ein Jahr entfällt. Nach Satz 2 bemisst sich die Absetzung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts.
Im Jahr der Anschaffung vermindert sich der Betrag nach § 7 Abs. 1 Satz 4 EStG um ein Zwölftel für jeden vollen Monat vor dem Monat der Anschaffung. Ein Roboter, der im Oktober angeschafft wird, wird im ersten Jahr also nur für drei Monate abgeschrieben.
Zu den Anschaffungskosten gehören nach § 255 Abs. 1 Handelsgesetzbuch die Aufwendungen, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, einschließlich der Nebenkosten. Welche Integrations-, Transport- und Zollkosten bei einem Roboter dazugehören, klärt Ihre Steuer- und Bilanzabteilung im Einzelfall.
02 AfA-Tabellen
Nutzungsdauer laut AfA-Tabellen des BMF.
| AfA-Tabelle | Fundstelle | Eintrag für Roboter | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Allgemein verwendbare Anlagegüter (AV) | BMF-Schreiben vom 15.12.2000, BStBl I 2000 S. 1532 | kein eigener Eintrag für Industrieroboter | gilt für Anschaffungen nach dem 31.12.2000 |
| Wirtschaftszweig Kraftfahrzeugindustrie | BStBl I 1997 S. 188 | Position 2.3 Roboter: 5 Jahre (20 %) | gilt für Anschaffungen nach dem 31.12.1995 |
| Weitere Branchentabellen | jeweilige BMF-Fundstelle | im Einzelfall prüfen | Branchenwert geht dem AV-Wert für branchenzugehörige Betriebe vor |
| Humanoide Roboter | keine | keine eigene Position | Einordnung offen, mit der Steuerabteilung klären |
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03 Degressiv
Degressive AfA für Anschaffungen bis Ende 2027.
§ 7 Abs. 2 EStG erlaubt für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft oder hergestellt werden, die Absetzung in fallenden Jahresbeträgen. Der Prozentsatz darf höchstens das Dreifache des linearen Satzes betragen und 30 Prozent nicht übersteigen. Die degressive AfA wird jedes Jahr auf den Restbuchwert angewandt.
Ein Wechsel von der degressiven zur linearen AfA ist nach § 7 Abs. 3 EStG zulässig. Danach wird der Restwert gleichmäßig auf die verbleibende Nutzungsdauer verteilt. Wann dieser Wechsel sinnvoll ist, ergibt sich aus der Rechnung und der Steuerplanung des Konzerns.
Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung ist die AfA selbst kein Zahlungsstrom. Sie wirkt über die Steuerersparnis und damit über den Zeitpunkt, zu dem Liquidität zurückfließt. Bei einer Flotte mit vielen Geräten im Zeitfenster bis Ende 2027 kann dieser Zeitpunkt für das Controlling relevant sein.
04 Beispiel
Rechenbeispiel: linear und degressiv im Vergleich.
Annahmen
Anschaffungskosten = 100 Prozentpunkte (keine Preisangabe), Anschaffung im Januar, Nutzungsdauer 5 Jahre wie in der Branchentabelle Kraftfahrzeugindustrie, Anschaffung im Zeitfenster des § 7 Abs. 2 EStG. Alle Werte dienen nur der Veranschaulichung.
Linearer Satz
100 / 5 Jahre = 20 Punkte je Jahr, also 20 % jährlich über fünf Jahre.
Degressiver Satz
Dreifacher linearer Satz wären 60 %. Die Obergrenze liegt bei 30 %. Jahr 1: 30 Punkte, Restbuchwert 70. Jahr 2: 30 % von 70 = 21 Punkte, Restbuchwert 49.
Wechsel zur linearen AfA
Zu Beginn von Jahr 3 ergibt degressiv 14,7 Punkte, linear über die restlichen drei Jahre 49 / 3 = 16,33 Punkte. Der Wechsel nach § 7 Abs. 3 EStG bringt hier mehr.
Ergebnis
Degressiv mit Wechsel: 30, 21, 16,33, 16,33, 16,33. Linear: 20 in jedem Jahr. In beiden Fällen werden insgesamt 100 Punkte abgeschrieben, degressiv nur früher.
05 Konzern
Abschreibung im Konzern: HGB, IFRS und Komponenten.
- Steuerbilanz, Handelsbilanz und IFRS-Abschluss können unterschiedliche Nutzungsdauern verwenden. Konzerne legen das in ihrer Bilanzierungsrichtlinie fest.
- Nach IAS 16 Paragraph 43 ist jeder Teil einer Sachanlage mit einem bedeutsamen Anschaffungswert im Verhältnis zum Gesamtwert getrennt abzuschreiben. Bei einem Roboter kann das zum Beispiel einen Akku betreffen, der früher getauscht wird als das Gerät.
- Die AfA-Tabellen sind laut ihren Vorbemerkungen ein Anhaltspunkt für die Angemessenheit der AfA. Eine kürzere Nutzungsdauer wegen wirtschaftlicher Abnutzung setzt nach den Vorbemerkungen voraus, dass das Gut objektiv wirtschaftlich verbraucht ist.
- Gemietete oder geleaste Roboter schreibt in der Regel derjenige ab, dem das Gerät steuerlich zugerechnet wird. Dazu mehr auf der Seite zum Leasing.
- Alle Angaben zur Abschreibung sind allgemeine Information ohne steuerliche Beratung. Für Ihren Fall ist Ihre Steuerabteilung oder Steuerberatung zuständig. PhoenixOne vermittelt Roboter und liefert die technischen Angaben, die für die Einordnung gebraucht werden.
06 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Wie lange schreibt man einen Industrieroboter ab?
Das richtet sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer nach § 7 Abs. 1 EStG. Die AfA-Tabelle für die Kraftfahrzeugindustrie nennt für Roboter 5 Jahre. Die allgemeine AfA-Tabelle AV enthält keinen eigenen Eintrag für Industrieroboter. Für andere Branchen und für humanoide Roboter klärt die Steuerabteilung die Nutzungsdauer im Einzelfall.
Kann man Roboter degressiv abschreiben?
Ja, wenn sie nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft werden. § 7 Abs. 2 EStG erlaubt dann die degressive AfA mit höchstens dem Dreifachen des linearen Satzes und höchstens 30 Prozent. Ein späterer Wechsel zur linearen AfA ist nach § 7 Abs. 3 EStG möglich. Die Einzelfallentscheidung trifft Ihre Steuerberatung.
Gibt es eine AfA-Tabelle für humanoide Roboter?
Nein. Stand Oktober 2026 enthalten die AfA-Tabellen des Bundesministeriums der Finanzen keine eigene Position für humanoide Roboter. Die Tabelle für die Kraftfahrzeugindustrie nennt allgemein Roboter mit 5 Jahren. Wie ein Humanoide einzuordnen ist, sollte Ihre Steuerabteilung klären, gegebenenfalls in Abstimmung mit dem Finanzamt.
Gehören Integrationskosten zu den Anschaffungskosten eines Roboters?
Nach § 255 Abs. 1 HGB gehören zu den Anschaffungskosten alle Aufwendungen, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und betriebsbereit zu machen, einschließlich Nebenkosten. Kosten, die den Roboter einsatzbereit machen, können darunter fallen. Welche Posten im Einzelfall aktiviert werden, entscheidet Ihre Bilanzabteilung. Das ist keine Steuerberatung.
Wie wirkt die Abschreibung auf die Amortisation eines Roboters?
Die Abschreibung ist kein Zahlungsstrom, sie verteilt die Anschaffungskosten nur auf die Jahre. Sie wirkt über die Steuerersparnis auf die Liquidität. Eine degressive AfA bringt diese Ersparnis früher. In einer Amortisationsrechnung vor Steuern spielt sie keine Rolle, in einer Kapitalwertrechnung nach Steuern schon.
Quellen · Stand Oktober 2026
- Einkommensteuergesetz § 7 Abs. 1, 2 und 3 Absetzung für Abnutzung
- BMF: AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter (AV), BMF-Schreiben vom 15.12.2000, BStBl I 2000 S. 1532
- BMF: AfA-Tabelle für den Wirtschaftszweig Kraftfahrzeugindustrie, BStBl I 1997 S. 188, Position 2.3 Roboter
- BMF: Übersicht AfA-Tabellen
- Handelsgesetzbuch § 255 Abs. 1 Anschaffungskosten
- Verordnung (EU) 2023/1803, IAS 16 Sachanlagen, Paragraph 43
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.
07 Weiter
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