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Import · Überblick

Humanoide Roboter importieren.Vom Angebot bis zur Inbetriebnahme.

Wer humanoide Roboter importieren will, geht zehn Schritte: Anforderungen klären, Lieferant freigeben, Vertrag mit Incoterms und Rechtswahl schließen, Zolltarifnummer festlegen (für Industrieroboter kommt KN 8479 50 00 in Betracht), Unterlagen zur CE-Konformität prüfen, Transport versichern, beim Zoll anmelden, 19 % Einfuhrumsatzsteuer zahlen oder aufschieben, Abnahme im Werk und Inbetriebnahme. Ab dem 20. Januar 2027 gilt die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 mit eigenen Pflichten für Einführer. Stand Oktober 2026, allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Ein Container aus Milchglas mit offenen Türen, darin ein Roboter in einer Glaskiste, Kupferschiene zu einer Fabrikhalle
Import aus China: Zoll, CE, Unterlagen, Service.

01  Ausgangslage

Humanoide Roboter importieren ist ein Projekt mit vielen Beteiligten.

In großen Werken landet ein Roboter aus China nicht einfach per Bestellung in der Halle. Der Konzerneinkauf will einen freigegebenen Lieferanten. Die Arbeitssicherheit will eine saubere CE-Dokumentation. Die IT- und OT-Security will wissen, wohin der Roboter Daten sendet. Der Betriebsrat will mitreden, wenn Kameras und Sensoren im Spiel sind. Und die Steuerabteilung will die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer zurückholen.

Diese Seite zeigt den gesamten Ablauf in einer Reihenfolge, die sich für einen Pilot mit wenigen Geräten genauso eignet wie für einen Rahmenvertrag über eine Flotte an mehreren Standorten. Zu jedem Schritt gibt es eine eigene Fachseite mit Fundstellen.

Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 gilt ab dem 20. Januar 2027 und ersetzt dann die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Wer heute einen Rahmenvertrag schließt, plant also Lieferungen unter beiden Regelwerken und sollte die Unterlagen gleich so anfordern, dass sie auch nach dem Stichtag passen.

02  Ablauf

Die zehn Schritte vom Angebot bis zum Werk.

  1. Anforderungen festlegen

    Aufgabe, Takt, Traglast, Umgebung, Schnittstellen und Netzwerk klären. Ehrlich prüfen, ob ein klassischer Industrieroboter oder ein Cobot die Aufgabe besser löst.

  2. Lieferant prüfen und freigeben

    Fertigung, Qualitätsmanagement, Referenzen, Sanktionslisten und Exportkontrolle prüfen. Viele Konzerne verlangen ein Audit vor Ort oder eine Werksabnahme.

  3. Vertrag und Rahmenvertrag

    Incoterms, Zahlungsbedingungen, Gewährleistung, Rechtswahl, Schiedsgericht, Ersatzteile und Service sowie Software-Updates regeln. Bei Flotten zusätzlich Abrufmengen und Ersatzgeräte.

  4. Zolltarifnummer festlegen

    Für Industrieroboter kommt die Zolltarifnummer 8479 50 00 in Betracht. Bei humanoiden Robotern und Vierbeinern bringt eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) Sicherheit.

  5. Unterlagen prüfen

    EU-Konformitätserklärung, Betriebsanleitung in deutscher Sprache, Risikobeurteilung, technische Unterlagen auf Verlangen, Angaben zu Funk und Akku.

  6. Transport und Versicherung

    Verpackung, Stoßindikatoren, Lithium-Akkus als Gefahrgut und Transportversicherung klären.

  7. Zollanmeldung

    Anmeldung zur Überlassung in den freien Verkehr, meist über einen Zolldienstleister. Zoll und Einfuhrumsatzsteuer werden fällig oder über ein Aufschubkonto gestundet.

  8. Name des Einführers anbringen

    Nach Art. 13 Abs. 3 der Verordnung (EU) 2023/1230 (CE-Pflichten des Importeurs) stehen Name, Postanschrift und digitale Kontaktmöglichkeit des Einführers auf dem Produkt oder, falls nicht möglich, auf Verpackung oder Begleitdokument.

  9. Abnahme im Werk

    Eingangsprüfung, Funktionstest, Abgleich mit Lastenheft, Netzwerkfreigabe durch IT/OT-Security mit Blick auf Datenabfluss in die Cloud.

  10. Inbetriebnahme und Betrieb

    Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzrecht, Unterweisung, Wartungsplan, Ersatzteile, Update-Prozess.

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03  Abgaben

Zoll und Einfuhrumsatzsteuer kurz eingeordnet.

ThemaWas giltFundstelle
Zolltarifnummer IndustrieroboterKN 8479 50 00 „Industrieroboter, a. n. g.“, Drittlandszollsatz laut TARIC-Abfrage 1,7 %TARIC, Stand Abfrage Oktober 2026
Verbindliche Zolltarifauskunftdrei Jahre gültig, in der ganzen EU verbindlichArt. 33 Abs. 3 Unionszollkodex
Einfuhrumsatzsteuer19 % auf Zollwert plus Zoll plus Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort§ 11 und § 12 Abs. 1 UStG
Vorsteuerabzugentstandene Einfuhrumsatzsteuer ist als Vorsteuer abziehbar§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG
Aufschub der Einfuhrumsatzsteuerfällig am 26. des zweiten Folgemonats§ 21 Abs. 3a UStG

04  Recht

Pflichten als Einführer bleiben beim Unternehmen in der EU.

Ein Hersteller in Shanghai ist für die Behörden in Deutschland schwer greifbar. Deshalb verlangt Art. 4 der Marktüberwachungsverordnung (EU) 2019/1020, dass für Maschinen ein Wirtschaftsakteur mit Sitz in der EU verantwortlich ist. Das ist der Einführer, ein vom Hersteller schriftlich beauftragter Bevollmächtigter oder unter Umständen ein Fulfilment-Dienstleister.

Ab dem 20. Januar 2027 regelt Art. 13 der Maschinenverordnung die Pflichten des Einführers im Detail: nur konforme Maschinen in Verkehr bringen, Konformitätsbewertung und CE-Kennzeichnung prüfen, eigene Kontaktdaten angeben, Betriebsanleitung beifügen und die EU-Konformitätserklärung mindestens zehn Jahre bereithalten. Wer einen Roboter unter eigener Marke vertreibt oder so verändert, dass die Konformität betroffen sein kann, gilt nach Art. 17 selbst als Hersteller.

Für Konzerne mit eigener Produktsicherheitsabteilung heißt das: Die Rolle im Lieferweg muss vor dem ersten Abruf feststehen. Wer ist Einführer, wer hält die Unterlagen, wer meldet Risiken an die Marktüberwachung? Die Antworten gehören in den Rahmenvertrag.

05  Risiken

Was in Großprojekten am häufigsten hakt.

  • Die Betriebsanleitung liegt nur auf Englisch oder Chinesisch vor. In Deutschland muss sie für Nutzer in deutscher Sprache verfügbar sein.
  • Die Zolltarifnummer wird geraten. Ein späterer Streit mit dem Zoll betrifft dann alle Lieferungen eines Rahmenvertrags.
  • Die Robotersoftware sendet Daten in eine Cloud außerhalb der EU, ohne dass Datenschutz und OT-Security das geprüft haben.
  • Ersatzteile und Service sind nicht vertraglich geregelt. Bei einer Flotte steht dann im Störfall mehr als ein Gerät.
  • Exportkontrollen in China betreffen einzelne Rohstoffe und Technologien. Für Magnete mit bestimmten Seltenen Erden gilt dort seit April 2025 eine Genehmigungspflicht.
  • Gewährleistung, Rechtswahl und Gerichtsstand fehlen. Ohne Regelung gilt zwischen Deutschland und China in der Regel das UN-Kaufrecht (CISG).

06  Vermittlung

Was PhoenixOne dabei übernimmt.

PhoenixOne AI ist Vermittler, kein Hersteller und kein Händler mit Lager. Wir suchen über unseren direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai den passenden Roboter für Ihre Aufgabe, fordern Datenblätter, Konformitätsunterlagen und Antworten auf Ihre technischen Fragen an und stimmen Termine für Werksabnahmen ab. Zoll, Steuer und Recht klären Sie mit Ihrem Zolldienstleister, Ihrer Steuerabteilung und Ihrer Rechtsabteilung. Wir sorgen dafür, dass die nötigen Informationen vom Hersteller rechtzeitig vorliegen.

Diese Seite ist allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand Oktober 2026.

07  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Kann man humanoide Roboter direkt aus China importieren?

Ja, Unternehmen können humanoide Roboter direkt bei Herstellern in China kaufen und selbst einführen. Sie übernehmen dann die Rolle des Einführers mit Pflichten zur CE-Konformität, Kennzeichnung und Aufbewahrung der Unterlagen. Hinzu kommen Zollanmeldung, Zoll und 19 % Einfuhrumsatzsteuer. Für Konzerne lohnt sich ein Rahmenvertrag, der Unterlagen, Service und Ersatzteile vor dem ersten Abruf festlegt.

Welche Zolltarifnummer haben humanoide Roboter?

Eine eigene Unterposition für humanoide Roboter gibt es in der Kombinierten Nomenklatur nicht. Für Industrieroboter kommt KN 8479 50 00 in Betracht, laut TARIC mit 1,7 % Drittlandszollsatz. Ob ein bestimmter Humanoide dort eingereiht wird, hängt von Bauart und Funktion ab. Verbindlich klärt das eine verbindliche Zolltarifauskunft beim Hauptzollamt Hannover.

Wie hoch ist die Einfuhrumsatzsteuer auf Roboter aus China?

Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt 19 % nach § 12 Abs. 1 UStG. Bemessungsgrundlage ist der Zollwert zuzüglich Zoll und der Kosten bis zum ersten Bestimmungsort in der EU. Unternehmen mit Recht zum Vorsteuerabzug ziehen die Einfuhrumsatzsteuer nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG wieder ab. Mit Aufschubkonto ist sie erst am 26. des zweiten Folgemonats fällig.

Wer ist für die CE-Kennzeichnung bei Importrobotern verantwortlich?

Die CE-Kennzeichnung bringt der Hersteller an, auch wenn er in China sitzt. Der Einführer muss vor dem Inverkehrbringen prüfen, dass Konformitätsbewertung, technische Unterlagen und CE-Kennzeichnung vorliegen. So steht es ab dem 20. Januar 2027 in Art. 13 Abs. 2 der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Wer unter eigener Marke verkauft, wird selbst Hersteller.

Was ändert sich ab 2027 beim Import von Maschinen?

Ab dem 20. Januar 2027 gilt die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 unmittelbar in allen EU-Staaten. Sie führt ausdrückliche Pflichten für Einführer ein, erlaubt die digitale Betriebsanleitung und verlangt für Maschinen mit selbstlernenden Sicherheitsfunktionen eine Konformitätsbewertung mit einer benannten Stelle. Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG wird zum selben Datum aufgehoben.

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