Wirtschaftlichkeit · Stundensatz
Was kostet eine Roboterstunde?Ein Stundensatz, der sich vergleichen lässt.
Die Kosten pro Roboterstunde ergeben sich aus den Gesamtkosten über die Nutzungsdauer geteilt durch die produktiven Stunden in diesem Zeitraum. Vergleichsmaßstab sind die Arbeitskosten je geleisteter Stunde: Laut Statistischem Bundesamt lagen sie 2025 im Verarbeitenden Gewerbe bei 49,50 Euro, in der Energieversorgung bei 65,80 Euro. Ein Roboter hat keinen festen Stundensatz. Je mehr produktive Stunden er im Jahr leistet, desto niedriger fallen seine Kosten pro Stunde aus. Stand Oktober 2026.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Formel
Roboter-Kosten pro Stunde: so entsteht der Stundensatz.
Gesamtkosten bestimmen
Alle Kosten über die geplante Nutzungsdauer addieren: Anschaffung oder Miete, Integration, Energie, Wartung, Software, Aufsicht und Rückbau. Eine Gliederung dafür steht auf der Seite zur TCO.
Theoretische Stunden zählen
Ein Jahr hat 8.760 Stunden. Davon kommt nur ein Teil in Frage: Betriebstage, Schichten und Pausenregelungen im Werk begrenzen die verfügbare Zeit.
Produktive Stunden ermitteln
Von den verfügbaren Stunden gehen Laden, Wartung, Störungen, Umrüsten und Wartezeiten ab. Übrig bleiben die Stunden, in denen der Roboter tatsächlich Wertschöpfung leistet.
Teilen
Gesamtkosten geteilt durch die Summe der produktiven Stunden aller Jahre ergibt die Kosten pro Roboterstunde.
Mit Arbeitskosten vergleichen
Den Wert den vollen Arbeitskosten je Stunde für dieselbe Tätigkeit gegenüberstellen. Wichtig: Der Roboter muss in seiner Stunde dieselbe Menge schaffen, sonst ist der Vergleich schief.
02 Vergleich
Arbeitskosten je Stunde in Industriebranchen 2025.
| Wirtschaftsabschnitt | Arbeitskosten je geleistete Stunde 2025 | Quelle |
|---|---|---|
| Verarbeitendes Gewerbe | 49,50 Euro | Destatis, PM Nr. 148 vom 29.04.2026 |
| Energieversorgung | 65,80 Euro | Destatis, PM Nr. 148 vom 29.04.2026 |
| Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden | 51,60 Euro | Destatis, PM Nr. 148 vom 29.04.2026 |
| Wasserversorgung, Abwasser, Abfallentsorgung | 42,00 Euro | Destatis, PM Nr. 148 vom 29.04.2026 |
| Durchschnitt Produzierendes Gewerbe und Dienstleistungen | 45,00 Euro | Destatis, PM Nr. 148 vom 29.04.2026 |
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Wann rechnet sich ein Roboter in Ihrem Werk?
Mit Ihren eigenen Zahlen: Wann sich ein Roboter rechnet, gekauft oder gemietet.
03 Auslastung
Warum die Zahl der Stunden den Stundensatz bestimmt.
Ein großer Teil der Kosten eines Roboters ist fix. Anschaffung, Integration und Abschreibung fallen an, egal ob das Gerät eine oder drei Schichten läuft. Deshalb sinkt der Stundensatz, wenn die Zahl der produktiven Stunden steigt. Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Werten: Arbeitet ein Gerät 3.450 Stunden im Jahr statt 1.725, halbiert sich der Anteil der Fixkosten an jeder Stunde.
Bei Menschen ist es umgekehrt. Die Arbeitskosten je Stunde bleiben ungefähr gleich, in Nacht- und Wochenendschichten steigen sie durch Zuschläge. Der Abstand zwischen Roboterstunde und Arbeitsstunde wird also in den Randzeiten oft am größten. Für die Entscheidung zählt deshalb nicht der Durchschnitt, sondern die Schicht, in der der Roboter eingesetzt werden soll.
Ein weiterer Punkt: Die Destatis-Werte sind Durchschnitte über ganze Wirtschaftsabschnitte. Ein Konzernwerk mit Haustarif liegt meist anders. Für den Vergleich nimmt das Controlling die Kostenstelle, in der die Tätigkeit heute anfällt.
Ein Tipp für die Praxis: Rechnen Sie den Stundensatz für mindestens zwei Schichtmodelle. Der Abstand zwischen beiden Ergebnissen zeigt, wie stark Ihre Wirtschaftlichkeit an der Zahl der Schichten hängt. Bleibt der Roboter auch im ungünstigeren Modell unter den Arbeitskosten, steht die Rechnung auf festerem Boden.
04 Leistung
Gleiche Stunde, gleiche Leistung?
- Taktzeit: Ein humanoider Roboter arbeitet in vielen Aufgaben langsamer als ein geübter Mensch. Rechnen Sie den Stundensatz deshalb auf das Stück oder den Vorgang um, nicht nur auf die Stunde.
- Qualität: Wenn der Roboter weniger Fehler macht oder Prüfschritte dokumentiert, steckt darin ein Wert, der in der Stundenrechnung nicht auftaucht.
- Nebenarbeiten: Ein Mensch erledigt nebenbei viele kleine Aufgaben. Diese bleiben liegen, wenn der Roboter nur die Kernaufgabe übernimmt.
- Aufsicht: Jede Stunde Roboterarbeit braucht einen Anteil Aufsicht, Fehlerbehebung und Nachschub. Diese Zeit gehört in die Gesamtkosten.
- Nachtschicht: Ein Roboter braucht keine Zuschläge. Er braucht aber jemanden, der bei einer Störung eingreift, oder einen Plan, was dann passiert.
05 Praxis
Den Stundensatz für Ihre Station ermitteln.
Ein sauberer Stundensatz entsteht aus drei Quellen: den Herstellerangaben zu Energie, Wartung und Ladezeiten, den Kosten Ihrer Integration und Ihrem Schichtplan. PhoenixOne fragt die Herstellerangaben über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai an und gibt sie unverändert weiter. Mit dem Amortisationsrechner können Sie aus diesen Werten Entlastung und Amortisation selbst nachrechnen.
Wenn ein klassischer Industrieroboter oder ein Cobot dieselbe Aufgabe zu einem niedrigeren Stundensatz erledigt, ist er die bessere Wahl. Diese Seite ist allgemeine Information. Sie ersetzt keine Kostenrechnung durch Ihr Controlling.
06 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Was kostet ein Roboter pro Stunde?
Das hängt von den Gesamtkosten und den produktiven Stunden ab. Man teilt alle Kosten über die Nutzungsdauer durch die Stunden, in denen der Roboter tatsächlich arbeitet. Ein fester Marktwert existiert nicht. Je mehr Schichten ein Gerät läuft, desto niedriger wird sein Stundensatz, weil die Fixkosten auf mehr Stunden verteilt werden.
Wie hoch sind die Arbeitskosten pro Stunde in der Industrie?
Im Verarbeitenden Gewerbe kostete eine geleistete Arbeitsstunde 2025 durchschnittlich 49,50 Euro. Das meldete das Statistische Bundesamt am 29. April 2026. In der Energieversorgung waren es 65,80 Euro. Die Werte enthalten Bruttoverdienste und Lohnnebenkosten und sind Durchschnitte über alle Betriebe des Wirtschaftsabschnitts.
Ist eine Roboterstunde billiger als eine Arbeitsstunde?
Das lässt sich nur im Einzelfall beantworten. Entscheidend sind die Gesamtkosten des Roboters, seine produktiven Stunden und ob er in einer Stunde dieselbe Menge schafft wie ein Mensch. In Nacht- und Wochenendschichten mit Zuschlägen fällt der Vergleich oft anders aus als in der Frühschicht. Rechnen Sie auf das Stück um, nicht nur auf die Stunde.
Wie viele Stunden kann ein Roboter im Jahr arbeiten?
Theoretisch hat ein Jahr 8.760 Stunden. Praktisch begrenzen Betriebstage, Schichtplan, Ladezeiten, Wartung und Störungen die Zahl. Bei Humanoiden mit Akku kommt die Ladezeit hinzu, sofern kein Akkuwechsel möglich ist. Fragen Sie den Hersteller nach Laufzeit je Ladung, Ladedauer und empfohlenen Wartungsintervallen.
Welche Kosten gehören in den Stundensatz eines Roboters?
In den Stundensatz gehören Anschaffung oder Miete, Integration, Energie, Wartung, Ersatzteile, Software und Lizenzen, anteilige Aufsicht und die Kosten am Ende der Nutzung. Diese Summe teilen Sie durch die produktiven Stunden. Vergessene Posten wie Sicherheitskonzept oder Schulung lassen den Stundensatz zu niedrig erscheinen.
Quellen · Stand Oktober 2026
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.
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