Wirtschaftlichkeit · Business Case
Business Case für humanoide Roboter.Von der Idee zur prüfbaren Entscheidung.
Ein Business Case für humanoide Roboter beschreibt, welches Problem ein Werk lösen will, was die Lösung über die Nutzungsdauer kostet, welchen Nutzen sie bringt und welche Risiken bestehen. Er besteht aus Ausgangslage, Kostenmodell, Nutzenmodell, Szenarien und Risikobewertung. Für Humanoide sind drei Szenarien üblich, weil Leistungsdaten aus dem Dauerbetrieb noch selten sind. Der Business Case für den Pilot sieht anders aus als der für die Flotte: Beim Pilot zählt das Lernen, bei der Flotte die Wirtschaftlichkeit je Gerät.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Aufbau
Business Case humanoide Roboter: die sechs Kapitel.
Ausgangslage
Welche Tätigkeit, welche Station, wie viele Stunden im Jahr, welche Probleme heute: offene Stellen, Fluktuation, Belastung, Qualität. Mit Zahlen aus dem Werk, nicht mit allgemeinen Aussagen.
Zielbild
Was soll der Roboter übernehmen, was bleibt beim Menschen? Welche Kennzahl soll sich ändern? Ein klares Ziel macht den Pilot später messbar.
Alternativen
Klassischer Industrieroboter, Cobot, fahrerloses Transportsystem, Prozessänderung ohne Roboter, Humanoide. Ein Business Case ohne Alternativen überzeugt kein Investitionsgremium.
Kosten und Nutzen
Kostenmodell nach TCO, Nutzen als entlastete Stunden, vermiedene Kosten und qualitative Effekte. Jede Annahme mit Herkunft.
Szenarien
Pessimistisch, Basis, optimistisch. Jedes Szenario mit eigenen Werten für Auslastung, Anteil der Tätigkeit und Anlaufzeit.
Risiken und Entscheidung
Technische, rechtliche, organisatorische Risiken mit Gegenmaßnahme. Am Ende eine klare Empfehlung mit Bedingungen für den nächsten Schritt.
02 Szenarien
Drei Szenarien statt einer Punktschätzung.
| Treiber | Pessimistisch | Basis | Optimistisch |
|---|---|---|---|
| Auslastung | niedrig, viele Störungen in der Anlaufphase | Erfahrungswert aus dem Pilot | Zielwert nach Feinabstimmung |
| Anteil der Tätigkeit | nur Kernaufgabe | Kernaufgabe und einfache Nebenaufgaben | mehrere Stationen im Wechsel |
| Anlaufzeit | lang, mehrere Nachbesserungen | wie geplant | kurz |
| Laufende Kosten | höher als Herstellerangabe | Herstellerangabe | Herstellerangabe |
| Software | Funktionen fehlen, Zusatzlizenzen nötig | Umfang wie vereinbart | Updates bringen Zusatzfunktionen |
| Restwert | null | null | geringer Restwert |
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Wann rechnet sich ein Roboter in Ihrem Werk?
Mit Ihren eigenen Zahlen: Wann sich ein Roboter rechnet, gekauft oder gemietet.
03 Nutzen
Welcher Nutzen in den Business Case gehört.
Der messbare Nutzen ist die entlastete Arbeitszeit. Sie wird mit den vollen Arbeitskosten bewertet, die das Statistische Bundesamt für das Verarbeitende Gewerbe 2025 mit 49,50 Euro je geleisteter Stunde angibt. Für den eigenen Business Case nehmen Sie die Werte Ihrer Kostenstelle.
Daneben gibt es Nutzen, der sich schwerer in Euro fassen lässt: weniger körperliche Belastung an ergonomisch ungünstigen Stationen, besetzte Schichten trotz offener Stellen, dokumentierte Arbeitsschritte. Ein Investitionsgremium akzeptiert diese Punkte eher, wenn sie mit einer Kennzahl verbunden sind, zum Beispiel unbesetzte Schichten pro Monat oder Ausfalltage wegen Belastung.
Für den Pilot zählt ein dritter Nutzen: Wissen. Ein Konzern, der früh lernt, wie Humanoide in seinen Prozessen funktionieren, kann später schneller skalieren. Dieser Nutzen rechtfertigt einen Pilot, aber keine Flotte. Für die Flotte muss die Rechnung je Gerät tragen.
Vermiedene Kosten gehören ebenfalls hierher, sofern sie belegbar sind: weniger Überstunden, weniger Leiharbeit, weniger Ausschuss an einer Station mit hoher Fehlerquote. Jeder dieser Posten braucht eine Zahl aus dem Werk und einen Verantwortlichen, der sie bestätigt.
04 Risiken
Risiken, die im Business Case offen stehen sollten.
- Technische Reife: Humanoide Roboter sind eine junge Geräteklasse. Leistungsangaben stammen oft aus Demonstrationen und nicht aus dem Dauerbetrieb.
- Recht: Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 gilt ab dem 20. Januar 2027 und verändert die Anforderungen an Hersteller und Inverkehrbringer.
- Lieferkette: Ersatzteile und Service aus China brauchen eine Planung für Vorlauf und Lagerhaltung.
- Mitbestimmung: Die Einführung neuer Fertigungsverfahren kann nach § 111 Betriebsverfassungsgesetz eine Betriebsänderung sein. Der Betriebsrat gehört früh an den Tisch.
- Akzeptanz: Belegschaft und Führungskräfte müssen den Roboter annehmen. Ohne Kommunikation scheitern auch technisch gute Projekte.
- IT- und OT-Sicherheit: Ein vernetzter Roboter ist ein Gerät im Produktionsnetz und braucht ein Sicherheitskonzept.
05 Vermittlung
Was PhoenixOne zum Business Case beiträgt.
PhoenixOne vermittelt industrietaugliche humanoide Roboter und Spezialroboter. Für Ihren Business Case beschaffen wir über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai die technischen Daten, Wartungsangaben und Angebote. Mit dem Amortisationsrechner lassen sich die drei Szenarien schnell durchrechnen. Die Bewertung der Wirtschaftlichkeit übernimmt Ihr Controlling, wir geben keine Zusage zu Ergebnis oder Amortisation.
Ein Hinweis zur Form: Ein guter Business Case passt auf wenige Seiten und hat einen ausführlichen Anhang. Die erste Seite beantwortet drei Fragen: Was wollen wir tun, was kostet es im schlechten Fall, und woran erkennen wir nach dem Pilot, ob wir weitermachen. Alles Weitere gehört in die Anlagen, wo Controlling, Arbeitssicherheit und IT die Details prüfen können.
06 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Was gehört in einen Business Case für Roboter?
Ein Business Case für Roboter enthält die Ausgangslage mit Zahlen aus dem Werk, ein Zielbild, die geprüften Alternativen, ein Kosten- und Nutzenmodell, mehrere Szenarien und eine Risikobewertung. Am Ende steht eine Empfehlung mit Bedingungen. Jede Annahme sollte ihre Herkunft nennen, damit das Investitionsgremium sie prüfen kann.
Lohnt sich ein humanoider Roboter in der Produktion?
Das hängt von Aufgabe, Schichtmodell und Alternativen ab. Ein humanoider Roboter kann sich lohnen, wenn er mehrere Stationen bedient, die für Menschen gebaut sind, und viele Stunden im Jahr arbeitet. Bei gleichbleibenden Aufgaben in einer festen Zelle ist ein klassischer Industrieroboter oft wirtschaftlicher. Ein Business Case mit Szenarien klärt das für Ihr Werk.
Warum braucht ein Business Case drei Szenarien?
Für humanoide Roboter gibt es noch wenig Erfahrungswerte aus dem Dauerbetrieb. Eine einzige Schätzung täuscht eine Genauigkeit vor, die es nicht gibt. Drei Szenarien zeigen, wie stark das Ergebnis von Auslastung, Anlaufzeit und Kosten abhängt. Das Gremium sieht so, ab welchen Werten sich die Investition trägt und wo das Risiko liegt.
Wie unterscheidet sich der Business Case für Pilot und Flotte?
Beim Pilot steht das Lernen im Vordergrund: Funktioniert der Roboter in unserem Prozess, welche Kennzahlen erreicht er? Die Kosten sind begrenzt und als Lehrgeld vertretbar. Der Business Case für die Flotte muss dagegen je Gerät wirtschaftlich tragen und nutzt die gemessenen Werte aus dem Pilot statt Herstellerangaben.
Muss der Betriebsrat beim Robotereinsatz beteiligt werden?
Das Betriebsverfassungsgesetz sieht Beteiligungsrechte vor. Nach § 90 BetrVG ist der Betriebsrat über die Planung technischer Anlagen zu unterrichten. Die Einführung grundlegend neuer Fertigungsverfahren kann eine Betriebsänderung nach § 111 BetrVG sein. Ob das im Einzelfall zutrifft, klärt Ihre Rechtsabteilung. Dies ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Quellen · Stand Oktober 2026
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 148 vom 29. April 2026, Arbeitskosten 2025
- Verordnung (EU) 2023/1230 über Maschinen, Geltung ab 20. Januar 2027 (Art. 54)
- Betriebsverfassungsgesetz § 90 Unterrichtungs- und Beratungsrechte
- Betriebsverfassungsgesetz § 111 Betriebsänderungen
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.
07 Weiter
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Beschreiben Sie, was der Roboter tun soll. Wir suchen über unseren direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai das passende Modell und klären die Unterlagen, die Ihr Werk für die Freigabe braucht.
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