Import · Einfuhrumsatzsteuer
Einfuhrumsatzsteuer auf Roboter.Liquidität planen, Vorsteuer sichern.
Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) auf Roboter aus China beträgt 19 % (§ 12 Abs. 1 UStG). Bemessungsgrundlage ist der Zollwert zuzüglich Zoll und der Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort in der EU (§ 11 UStG). Unternehmen ziehen die entstandene EUSt nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG als Vorsteuer ab. Mit bewilligtem Zahlungsaufschub ist die EUSt erst am 26. des zweiten Folgemonats fällig (§ 21 Abs. 3a UStG). Stand Oktober 2026, keine Steuerberatung.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Grundlagen
Wie die Einfuhrumsatzsteuer bei Robotern entsteht.
Die Einfuhrumsatzsteuer ist die Umsatzsteuer auf Waren, die aus einem Drittland wie China in die EU kommen. Sie entsteht mit der Überlassung zum freien Verkehr, also wenn der Zoll die Ware nach der Anmeldung freigibt. Erhoben wird sie von der Zollverwaltung, nicht vom Finanzamt.
§ 21 Abs. 1 UStG ordnet die Einfuhrumsatzsteuer als Verbrauchsteuer im Sinne der Abgabenordnung ein. Nach § 21 Abs. 2 UStG gelten für sie die Vorschriften für Zölle sinngemäß. Deshalb laufen Anmeldung, Festsetzung und Zahlung über dieselben Wege wie beim Zoll.
Für ein Werk, das einen Roboter für die eigene Produktion importiert, ist die Einfuhrumsatzsteuer in der Regel kein endgültiger Kostenfaktor. Sie ist aber eine Vorfinanzierung. Bei einer Flotte mit vielen Geräten und Ersatzteilen kommt schnell ein Betrag zusammen, den die Konzernfinanzierung im Blick haben will.
02 Berechnung
Bemessungsgrundlage Schritt für Schritt.
Zollwert ermitteln
Ausgangspunkt ist der Zollwert nach den Zollwertvorschriften. In der Regel ist das der Kaufpreis plus Beförderungs- und Versicherungskosten bis zum Ort des Verbringens in die EU.
Zoll addieren
Der Zoll gehört zur Bemessungsgrundlage. Für Industrieroboter der KN 8479 50 00 nannte TARIC im Oktober 2026 einen Drittlandszollsatz von 1,7 %.
Weitere Kosten addieren
Nach § 11 Abs. 3 Nr. 3 UStG kommen Kosten für Beförderung und andere Leistungen bis zum ersten Bestimmungsort im Gemeinschaftsgebiet hinzu, soweit sie nicht schon enthalten sind.
Steuersatz anwenden
Auf die Summe werden 19 % nach § 12 Abs. 1 UStG berechnet. Ein ermäßigter Satz kommt für Industrieroboter nicht in Betracht.
Bescheid prüfen
Die Zollverwaltung setzt die Abgaben fest. Der Einfuhrabgabenbescheid ist der Beleg für den späteren Vorsteuerabzug.
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Welche Unterlagen braucht Ihr Einkauf vom Hersteller?
Mit Ihren eigenen Zahlen: Wann sich ein Roboter rechnet, gekauft oder gemietet.
03 Vorsteuer
Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehen.
Nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG kann ein Unternehmer die entstandene Einfuhrumsatzsteuer für Gegenstände abziehen, die für sein Unternehmen eingeführt worden sind. Eine Rechnung des chinesischen Herstellers ersetzt dabei nicht den Nachweis der Einfuhr. In der Praxis dient der Einfuhrabgabenbescheid des Zolls als Beleg.
Wichtig für Konzerne mit mehreren Gesellschaften: Abzugsberechtigt ist der Unternehmer, für dessen Unternehmen der Roboter eingeführt wurde. Wer in der Zollanmeldung als Anmelder oder Empfänger steht, sollte zur gesellschaftsrechtlichen und steuerlichen Struktur passen. Ein Roboter, den die Vertriebsgesellschaft anmeldet, der aber im Werk einer Produktionsgesellschaft läuft, führt sonst zu Rückfragen.
Ganz ausgeschlossen ist der Abzug nach § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG, wenn der Gegenstand zu weniger als 10 % für das Unternehmen genutzt wird. Bei Industrierobotern spielt das praktisch keine Rolle, gehört aber zur vollständigen Prüfung.
04 Aufschub
Aufschubkonto beim Zoll: Fälligkeit nach hinten schieben.
| Abgabe | Fälligkeit mit laufendem Zahlungsaufschub | Fundstelle |
|---|---|---|
| Zoll | spätestens am 16. des Folgemonats an die Bundeskasse Trier | Art. 110 Buchstabe b Unionszollkodex, Angaben des Zolls |
| Einfuhrumsatzsteuer | am 26. des zweiten auf den betreffenden Monat folgenden Kalendermonats | § 21 Abs. 3a UStG |
| Sicherheit für den Zoll | Bewilligung einer Gesamtsicherheit durch das zuständige Hauptzollamt nötig | Angaben des Zolls zum Zahlungsaufschub |
| Sicherheit für die Einfuhrumsatzsteuer | kann entfallen, wenn die EUSt in voller Höhe als Vorsteuer abziehbar ist | § 21 Abs. 3 UStG |
05 Praxis
Was Einkauf und Steuerabteilung vor dem ersten Abruf klären.
- Wer meldet an? Eigene Zollabteilung, Zolldienstleister oder Spedition. Bei indirekter Vertretung haftet der Dienstleister mit, deshalb verlangt er oft das Aufschubkonto des Kunden.
- Welches Aufschubkonto wird genutzt? Viele Konzerne haben bereits ein Konto für andere Importe. Prüfen Sie, ob der Rahmen für eine Roboterflotte reicht.
- Welche Incoterms gelten? Bei DDP würde der chinesische Lieferant selbst einführen und die Einfuhrumsatzsteuer schulden. Das setzt eine Registrierung und eine Vertretung in der EU voraus und ist bei Herstellern aus China eher selten.
- Wie wird gebucht? Einfuhrabgabenbescheid, Zollwert und Vorsteuer müssen in der Buchhaltung zusammenpassen. Unterschiedliche Werte in Rechnung und Zollanmeldung fallen bei Prüfungen auf.
- Was passiert bei Rücksendung zur Reparatur? Für Geräte, die zur Reparatur nach China gehen und zurückkommen, gibt es eigene zollrechtliche Verfahren. Das gehört in die Serviceplanung.
06 Vermittlung
Unterlagen vom Hersteller für die Zollanmeldung.
Für eine saubere Anmeldung braucht der Zoll eine Handelsrechnung mit klarer Warenbeschreibung, Stückzahl, Wert, Ursprungsland und Lieferbedingung sowie eine Packliste. PhoenixOne fordert diese Angaben über unseren direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai an und klärt Rückfragen zu Warenbeschreibung und Lieferumfang. Die steuerliche Beurteilung übernimmt Ihre Steuerabteilung oder Ihre Steuerberatung.
Diese Seite ist allgemeine Information und keine Steuerberatung. Stand Oktober 2026.
07 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Wie hoch ist die Einfuhrumsatzsteuer auf Maschinen aus China?
Die Einfuhrumsatzsteuer auf Maschinen und Roboter aus China beträgt 19 % nach § 12 Abs. 1 UStG. Berechnet wird sie auf den Zollwert plus Zoll plus Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort in der EU. Für Industrieroboter gibt es keinen ermäßigten Satz. Unternehmen mit Vorsteuerabzug bekommen die Steuer über die Umsatzsteuervoranmeldung zurück.
Kann ich die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehen?
Ja, wenn der Roboter für Ihr Unternehmen eingeführt wurde. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 UStG erlaubt den Abzug der entstandenen Einfuhrumsatzsteuer. Als Nachweis dient in der Praxis der Einfuhrabgabenbescheid des Zolls. Achten Sie darauf, dass die Gesellschaft, die den Abzug geltend macht, auch die ist, für die eingeführt wurde.
Wann ist die Einfuhrumsatzsteuer mit Aufschubkonto fällig?
Mit bewilligtem Zahlungsaufschub ist die Einfuhrumsatzsteuer am 26. des zweiten Monats nach dem Monat der Einfuhr fällig. So regelt es § 21 Abs. 3a UStG seit Dezember 2020. Der Zoll dagegen ist beim laufenden Aufschub spätestens am 16. des Folgemonats zu zahlen. Bei hohem Abzug kann die Vorsteuer so vor der Zahlung verrechnet werden.
Braucht man für den Aufschub der Einfuhrumsatzsteuer eine Sicherheit?
Nach § 21 Abs. 3 UStG kann die Einfuhrumsatzsteuer ohne Sicherheitsleistung aufgeschoben werden, wenn sie in voller Höhe als Vorsteuer abziehbar ist. Für den Zoll selbst verlangt die Zollverwaltung eine bewilligte Gesamtsicherheit. Beides beantragen Sie beim zuständigen Hauptzollamt. Viele Konzerne nutzen dafür ein bestehendes Aufschubkonto.
Gehören Transportkosten zur Bemessungsgrundlage der Einfuhrumsatzsteuer?
Ja. Die Kosten bis zur EU-Grenze stecken meist schon im Zollwert. Kosten für Beförderung und andere Leistungen bis zum ersten Bestimmungsort im Gemeinschaftsgebiet kommen nach § 11 Abs. 3 Nr. 3 UStG hinzu, soweit sie noch nicht enthalten sind. Steht ein weiterer Bestimmungsort in der EU schon fest, zählen auch die Kosten bis dorthin.
Quellen · Stand Oktober 2026
- Umsatzsteuergesetz § 11 Bemessungsgrundlage für die Einfuhr
- Umsatzsteuergesetz § 12 Abs. 1 Steuersatz 19 Prozent
- Umsatzsteuergesetz § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Vorsteuerabzug
- Umsatzsteuergesetz § 21 Abs. 1 bis 3a Einfuhrumsatzsteuer
- Zoll: Zahlung mit Zahlungserleichterung (Zahlungsaufschub, 16. des Folgemonats)
- Zoll: Einfuhrumsatzsteuer
- Verordnung (EU) Nr. 952/2013 (Unionszollkodex), Art. 110
- TARIC, Warencode 8479 50 00, Abfrage Oktober 2026
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.
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