Import · Zahlungsbedingungen
Zahlungsbedingungen beim China-Import.Wer zahlt wann, und was sichert ab?
Bei Zahlungsbedingungen für Roboter aus China verlangen Hersteller meist eine Anzahlung per Überweisung und den Rest vor der Verschiffung. Für Konzerne ist ein Akkreditiv nach den ICC-Regeln UCP 600 die sicherere Form, weil die Bank nur gegen vereinbarte Dokumente zahlt. Eine Anzahlung lässt sich mit einer Anzahlungsgarantie der Bank des Herstellers absichern. Exportkreditgarantien des Bundes, bekannt als Hermesdeckungen, sichern deutsche Exporteure ab und helfen beim Import nicht. Zahlungen für die Einfuhr von Waren sind nach § 67 Abs. 2 Nr. 2 AWV nicht an die Bundesbank zu melden.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Optionen
Zahlungsbedingungen im Vergleich: Risiko für Käufer und Hersteller.
| Zahlungsform | Ablauf | Risiko für den Käufer | Regelwerk |
|---|---|---|---|
| Vorauszahlung per Überweisung | Volle Zahlung vor Fertigung oder Versand | Sehr hoch, keine Sicherheit bei Nichtlieferung | Keins, nur Vertrag |
| Anzahlung und Restzahlung vor Verschiffung | Teil bei Bestellung, Rest nach FAT und vor Verladung | Hoch für die Anzahlung, mittel für den Rest | Vertrag |
| Anzahlung mit Anzahlungsgarantie | Bank des Herstellers garantiert Rückzahlung der Anzahlung | Gering, abhängig von der Bonität der Garantiebank | Häufig URDG 758 der ICC |
| Dokumenteninkasso (D/P) | Bank gibt Dokumente erst gegen Zahlung heraus | Mittel, der Käufer zahlt vor Prüfung der Ware | ERI bzw. URC 522 der ICC |
| Dokumentenakkreditiv (L/C) | Bank des Käufers zahlt bei Vorlage vereinbarter Dokumente | Gering, wenn die Dokumente gut gewählt sind | UCP 600 der ICC |
| Zahlungsziel nach Lieferung | Zahlung nach SAT oder mit Frist nach Lieferung | Sehr gering | Vertrag, für neue Lieferanten selten durchsetzbar |
02 Akkreditiv
Akkreditiv beim Roboterkauf: die Dokumente entscheiden.
Beim Dokumentenakkreditiv verpflichtet sich die Bank des Käufers, an den Hersteller zu zahlen, sobald dieser bestimmte Dokumente fristgerecht vorlegt. Die Banken prüfen nach den Einheitlichen Richtlinien und Gebräuchen für Dokumentenakkreditive der ICC (UCP 600) nur die Dokumente, nicht die Ware. Ein Akkreditiv schützt deshalb nur so gut, wie die verlangten Dokumente sind.
Für Roboter sollten Sie neben Handelsrechnung, Packliste und Transportdokument ein vom Käufer unterschriebenes FAT-Protokoll verlangen. Dann zahlt die Bank erst, wenn Ihr Team die Werksabnahme bestanden hat. Hinzu kommen je nach Incoterms-Klausel eine Versicherungspolice, ein Ursprungszeugnis und die UN-38.3-Prüfzusammenfassung für die Akkus.
Ein Akkreditiv kostet Gebühren bei beiden Banken und bindet bei Ihrer Hausbank eine Kreditlinie. Für einen einzelnen Pilotroboter ist der Aufwand oft hoch. Für Flottenbestellungen und Rahmenverträge mit hohem Volumen ist es bei Konzernen üblich und wird über das Treasury abgewickelt.
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Welche Unterlagen braucht Ihr Einkauf vom Hersteller?
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03 Garantien
Bankgarantien und Einbehalte für Anzahlung und Gewährleistung.
- Anzahlungsgarantie: Die Bank des Herstellers verpflichtet sich, die Anzahlung zurückzuzahlen, wenn der Hersteller nicht liefert. Verlangen Sie eine Garantie auf erstes Anfordern einer Bank, die Ihr Treasury akzeptiert.
- Lieferungs- oder Erfüllungsgarantie: Sichert die vertragsgemäße Lieferung ab, meist mit einem Teil des Auftragswerts.
- Gewährleistungsgarantie oder Einbehalt: Ein Teil des Kaufpreises wird erst nach Ablauf einer Frist oder nach dem SAT gezahlt, oder die Bank des Herstellers garantiert ihn. Gerade bei einem Hersteller ohne Niederlassung in der EU ist das ein wirksamer Ausgleich für schwierige Durchsetzung.
- Standby Letter of Credit: Funktioniert wie eine Garantie und folgt oft den ICC-Regeln ISP98. Für chinesische Banken ein gängiges Instrument.
- Prüfen Sie die garantierende Bank im Sanktions-Screening. Eine Garantie einer gelisteten Bank ist wertlos und kann selbst ein Verstoß sein.
04 Währung
Währung CNY, USD oder EUR: wer das Kursrisiko trägt.
Chinesische Hersteller fakturieren im Export häufig in US-Dollar, viele akzeptieren auch Euro oder Renminbi (CNY). Wer in Fremdwährung kauft, trägt das Wechselkursrisiko zwischen Bestellung und Zahlung. Bei Rahmenverträgen über mehrere Jahre kann das einen großen Teil des Preises ausmachen.
Großunternehmen sichern Fremdwährungsrisiken meist zentral über das Treasury ab, zum Beispiel mit Devisentermingeschäften. Bei einem Preis in Euro trägt der Hersteller das Risiko und kalkuliert dafür einen Aufschlag ein. Es lohnt sich, beide Varianten anbieten zu lassen und gemeinsam mit dem Treasury zu bewerten.
Für die Einfuhrumsatzsteuer und den Zollwert wird der Rechnungsbetrag in Euro umgerechnet. Die Zollverwaltung nutzt dafür festgelegte Umrechnungskurse. Diese Seite enthält allgemeine Informationen und ersetzt weder Rechts- noch Steuerberatung.
05 Meilensteine
Zahlungsplan an Meilensteine koppeln.
Bestellung
Anzahlung nur gegen Anzahlungsgarantie oder in einer Höhe, deren Verlust der Konzern tragen könnte.
Werksabnahme (FAT)
Zahlung des Hauptteils nach bestandenem FAT, nachgewiesen durch das unterschriebene Protokoll, idealerweise über ein Akkreditiv.
Verschiffung
Transportdokument als Nachweis. Die Incoterms-Klausel bestimmt, wer ab hier das Risiko trägt.
Inbetriebnahme (SAT)
Restzahlung nach erfolgreichem Site Acceptance Test im Werk.
Gewährleistung
Einbehalt oder Gewährleistungsgarantie bis zum Ende der vereinbarten Frist.
Vorbereitung
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06 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Welche Zahlungsbedingungen sind beim Import aus China üblich?
Üblich ist eine Anzahlung per Überweisung bei Bestellung und der Rest vor der Verschiffung. Konzerne vereinbaren bei größeren Volumen häufig ein Akkreditiv nach UCP 600 oder sichern die Anzahlung mit einer Bankgarantie ab. Ein Zahlungsziel nach Lieferung ist bei neuen Lieferanten aus China selten durchsetzbar.
Was ist ein Akkreditiv?
Ein Akkreditiv ist ein Zahlungsversprechen der Bank des Käufers. Sie zahlt an den Verkäufer, sobald dieser bestimmte Dokumente fristgerecht vorlegt, etwa Rechnung, Transportdokument und Abnahmeprotokoll. Die Banken prüfen nach den ICC-Regeln UCP 600 nur die Dokumente, nicht die Ware. Deshalb ist die Auswahl der Dokumente entscheidend.
Hilft eine Hermesdeckung beim Import aus China?
Nein. Die Exportkreditgarantien des Bundes, bekannt als Hermesdeckungen, sichern deutsche Exporteure gegen Zahlungsausfälle ihrer ausländischen Kunden ab. Beim Import trägt der deutsche Käufer ein anderes Risiko, nämlich dass nicht oder mangelhaft geliefert wird. Dafür sind Anzahlungsgarantien, Akkreditive und Einbehalte die passenden Instrumente.
Muss ich Zahlungen nach China an die Bundesbank melden?
Nicht, wenn es sich um Zahlungen für die Einfuhr von Waren handelt. § 67 Abs. 2 Nr. 2 der Außenwirtschaftsverordnung nimmt Zahlungen für Einfuhr, Ausfuhr und Verbringung von Waren von der Meldepflicht aus. Andere Zahlungen über 50.000 Euro, etwa für Dienstleistungen, können meldepflichtig sein. Ihr Treasury kennt die Abläufe.
In welcher Währung sollte ich Roboter aus China kaufen?
Das hängt von Ihrer Absicherungsstrategie ab. Bei US-Dollar oder Renminbi trägt der Konzern das Wechselkursrisiko und sichert es meist über das Treasury ab. Bei Euro trägt der Hersteller das Risiko und rechnet einen Aufschlag ein. Lassen Sie sich beide Varianten anbieten und vergleichen Sie die Gesamtkosten.
Quellen · Stand Oktober 2026
- ICC: Trade Finance (UCP 600, URDG 758, URC 522, ISP98)
- Außenwirtschaftsverordnung, § 67 Meldung von Zahlungen
- Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland
- EU-Finanzsanktionsliste
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.
07 Weiter
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