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Begriffe · Glossar

Konzernfreigabe.Was der Begriff bedeutet.

Konzernfreigabe bezeichnet die formale Zustimmung der zuständigen Konzernstellen, dass ein Produkt, Lieferant oder Verfahren in Werken des Konzerns eingesetzt werden darf. Bei Robotern umfasst sie typischerweise Technik, Arbeitssicherheit, IT/OT-Security, Datenschutz, Einkauf und Mitbestimmung.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Eine Balkenwaage aus Aluminium und Kupfer, links ein Roboter aus Glas, rechts vier Sanduhren, im Gleichgewicht
Wann sich ein Roboter rechnet, mit Ihren eigenen Zahlen.

01  Definition

Konzernfreigabe: die Erklärung.

Ein Konzern ist nach § 18 Aktiengesetz eine Verbindung aus einem herrschenden und einem oder mehreren abhängigen Unternehmen unter einheitlicher Leitung. In solchen Strukturen werden neue Technik und neue Lieferanten oft zentral freigegeben, bevor einzelne Werke sie nutzen dürfen. Der Begriff Konzernfreigabe ist kein Rechtsbegriff. Er beschreibt einen internen Prozess, der sich von Konzern zu Konzern unterscheidet. Zuständigkeiten und Abläufe stehen meist in internen Richtlinien.

Für Roboter berührt eine Freigabe typischerweise mehrere Stellen. Die Technik prüft Eignung und Standards. EHS prüft Risikobeurteilung, Sicherheitsfunktionen und Konformitätsunterlagen. IT/OT-Security prüft Netzanbindung, Fernzugriffe und Updates, für Unternehmen im Anwendungsbereich des BSI-Gesetzes auch die Risikomanagementmaßnahmen nach § 30 BSIG. Der Datenschutz prüft Kameras und Datenflüsse, gegebenenfalls mit einer Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 DSGVO. Der Einkauf prüft Lieferant, Lieferkette und Vertrag.

Die Mitbestimmung spielt eine eigene Rolle. Technische Einrichtungen, die geeignet sind, Verhalten oder Leistung von Beschäftigten zu überwachen, unterliegen der Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Betrifft eine Angelegenheit den Konzern oder mehrere Konzernunternehmen und kann sie nicht durch die einzelnen Gesamtbetriebsräte geregelt werden, ist nach § 58 Abs. 1 BetrVG der Konzernbetriebsrat zuständig. Eine Konzernbetriebsvereinbarung kann dann für alle Werke gelten.

Eine Konzernfreigabe dauert oft Monate. Sie lässt sich beschleunigen, wenn Unterlagen früh vollständig vorliegen und der Pilot so angelegt ist, dass seine Ergebnisse die Fragen der Freigabestellen beantworten. In vielen Konzernen gibt es dafür Standards für Maschinen und Anlagen, etwa Lastenhefte, Sicherheitsvorgaben und Listen freigegebener Komponenten. Ein neuer Robotertyp muss sich in diese Standards einfügen oder eine Ausnahme bekommen. Wer das früh klärt, vermeidet Nacharbeit zwischen Pilot und Rollout.

02  Industrie

Was das für ein großes Werk heißt.

Für einen Rollout über mehrere Werke ist die Konzernfreigabe meist der zeitkritische Schritt. Planen Sie die Freigabestellen schon im Pilot ein und klären Sie früh, welche Unterlagen jede Stelle braucht. Eine einmal erteilte Freigabe für ein Modell spart in jedem weiteren Werk Zeit.

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03  Abgrenzung

Abgrenzung zu verwandten Begriffen.

BegriffUnterschied
InvestitionsfreigabeDie Investitionsfreigabe genehmigt das Budget, die Konzernfreigabe den technischen und organisatorischen Einsatz.
CE-KennzeichnungDie CE-Kennzeichnung ist eine gesetzliche Erklärung des Herstellers, die Konzernfreigabe eine interne Entscheidung des Betreibers.
LieferantenfreigabeDie Lieferantenfreigabe betrifft das Unternehmen, das liefert, die Konzernfreigabe auch Produkt und Einsatz.

05  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Wer muss einen Roboter im Konzern freigeben?

Wer einen Roboter im Konzern freigeben muss, regelt jeder Konzern selbst. Typisch beteiligt sind Technik oder Engineering, Arbeitssicherheit, IT/OT-Security, Datenschutz, Einkauf und die Mitbestimmung. Bei Einführung in mehreren Werken kann nach § 58 BetrVG der Konzernbetriebsrat zuständig sein. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Ist der Konzernbetriebsrat bei Robotern zuständig?

Der Konzernbetriebsrat ist nach § 58 Abs. 1 BetrVG zuständig, wenn eine Angelegenheit den Konzern oder mehrere Konzernunternehmen betrifft und nicht durch die einzelnen Gesamtbetriebsräte geregelt werden kann. Bei einem konzernweiten Roboter-Rollout mit einheitlicher Datenverarbeitung kann das der Fall sein. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Wie lange dauert eine Konzernfreigabe?

Wie lange eine Konzernfreigabe dauert, hängt vom Konzern, vom Produkt und von der Vollständigkeit der Unterlagen ab. Bei neuen Technologien wie humanoiden Robotern sind mehrere Monate nicht ungewöhnlich. Schneller geht es, wenn Risikobeurteilung, Sicherheits- und Datenschutzunterlagen früh vorliegen und der Pilot die Fragen der Freigabestellen beantwortet.

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