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Flotte · Skalierungsstufen

Skalierungsstufen für Roboter.Pilot, Linie, Werk, Konzern.

Die Skalierung von Robotern verläuft in Großunternehmen meist in fünf Stufen: Machbarkeitstest, Pilot an einer Station, Linie mit mehreren Stationen und Schichten, Werk mit eigener Instandhaltung und Flottenorganisation, schließlich die Konzernflotte über mehrere Standorte. Zwischen den Stufen steht jeweils ein Stufentor mit vorher festgelegten Kriterien zu Technik, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Organisation. Mit jeder Stufe wachsen die Anforderungen an Verträge, Mitbestimmung nach dem Betriebsverfassungsgesetz und OT-Security. Wer eine Stufe überspringt, holt die fehlenden Antworten später unter Zeitdruck nach.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Roboter aus Glas in einem gläsernen Prüfrahmen, Messwerkzeuge aus Aluminium
Werksabnahme und Prüfung vor dem Versand.

01  Stufen

Fünf Skalierungsstufen vom ersten Roboter zur Flotte.

StufeUmfangKernfrageTypische Organisation
1 MachbarkeitEin Gerät, Testfläche, echte TeileKann der Roboter die Aufgabe grundsätzlich?Innovations- oder Automatisierungsteam
2 PilotEin Gerät an einer echten Station, eine SchichtHält er die Kennzahlen im Werksalltag?Projektteam mit Lenkungskreis
3 LinieMehrere Geräte an mehreren Stationen einer Linie, mehrere SchichtenTrägt er den Takt im Verbund und über Schichtwechsel?Linienverantwortung mit fester Instandhaltung
4 WerkGeräte an mehreren Linien oder Bereichen eines WerksLässt sich die Flotte im Werk ohne Projektteam betreiben?Werksinterne Flottenverantwortung
5 KonzernMehrere Werke mit StandardpaketIst die Lösung übertragbar und zentral steuerbar?Zentrale Flottenverantwortung und Werksteams

02  Unterschiede

Was sich von Stufe zu Stufe wirklich ändert.

Der Schritt vom Pilot zur Linie ist für viele Konzerne der schwierigste. Im Piloten gibt es Puffer, Aufmerksamkeit und einen Projektleiter, der jede Störung sofort sieht. In der Linie hängen mehrere Stationen voneinander ab, Schichten wechseln, und der Roboter muss auch dann laufen, wenn niemand aus dem Projekt im Haus ist. Probleme, die im Piloten selten waren, werden in der Linie zur Regel.

Beim Schritt von der Linie zum Werk ändert sich vor allem die Organisation. Instandhaltung, Ersatzteile, Schulung und Softwarestände gehen vom Projekt auf die normalen Abteilungen des Werks über. Jetzt zeigt sich, ob Wartungsvertrag, Service-Level-Agreement und Ersatzteilkonzept tatsächlich funktionieren.

Beim Schritt zum Konzern kommen zentrale Standards, Rahmenverträge, Gremien auf Gesamt- oder Konzernebene und ein einheitliches Kennzahlensystem dazu. Die Skalierung von Robotern ist ab Stufe drei überwiegend eine Organisationsaufgabe und erst in zweiter Linie eine technische.

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03  Stufentore

Kriterien für jedes Stufentor vorher festlegen.

  • Technik: Zielwerte für Erfolgsquote, Zykluszeit, Eingriffsrate und Verfügbarkeit über einen festgelegten Zeitraum. Werte aus der vorigen Stufe müssen in der neuen Umgebung bestätigt werden.
  • Sicherheit: Gefährdungsbeurteilung für den erweiterten Bereich, keine offenen Punkte aus Beinaheunfällen, Prüfungen nach Betriebssicherheitsverordnung erledigt.
  • Wirtschaftlichkeit: Aktualisierter Business Case mit den gemessenen Werten der vorigen Stufe statt der Annahmen aus dem Angebot.
  • Organisation: Verantwortlichkeiten für die nächste Stufe benannt, Schulungen geplant, Ersatzteile und Service vertraglich geregelt.
  • Security: Freigabe der IT/OT-Security für die größere Zahl an Geräten, Netzkonzept und Fernwartung geprüft.
  • Mitbestimmung: Vereinbarung mit dem zuständigen Gremium für den nächsten Umfang abgeschlossen.
  • Ein Stufentor kann auch mit Nein enden. Ein Abbruch nach Stufe zwei oder drei ist ein gültiges Ergebnis, wenn ein Cobot, ein fahrerloses Transportfahrzeug oder ein klassischer Industrieroboter die Aufgabe besser löst.

04  Betriebsrat

Betriebsrat und Gremien auf jeder Stufe.

Die Beteiligung des Betriebsrats wächst mit der Stufe. Schon bei der Planung muss er nach § 90 Betriebsverfassungsgesetz rechtzeitig unterrichtet werden. Für Roboter mit Kameras und Protokollen greift die Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 bereits im Piloten.

Auf den Stufen Linie und Werk kommen Fragen der Qualifizierung nach §§ 96 bis 98 hinzu. Führt der Einsatz zu grundlegend neuen Arbeitsmethoden oder Fertigungsverfahren, kann eine Betriebsänderung nach § 111 vorliegen, mit Pflicht zu Unterrichtung und Beratung. Ob das der Fall ist, ist eine Einzelfallfrage für die Arbeitsrechtsabteilung.

Auf Konzernebene ist häufig der Gesamt- oder Konzernbetriebsrat zuständig, wenn die Regelung nicht in den einzelnen Betrieben getroffen werden kann. Ausführlich behandeln wir die Rechte des Betriebsrats auf unserer Seite zur Einführung von Robotern. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

05  Ablauf

Skalierung planen: fünf Schritte vor dem ersten Gerät.

  1. Zielbild festlegen

    Welche Aufgabe soll am Ende in wie vielen Werken laufen? Ohne Zielbild wird jeder Pilot zum Einzelfall.

  2. Stufentore definieren

    Für jede Stufe Kriterien, Messzeitraum und Entscheidungsgremium festlegen, bevor das erste Gerät geliefert wird.

  3. Verträge stufenfähig machen

    Rahmenvertrag mit Option auf weitere Geräte, damit ein Go nicht an neuen Verhandlungen hängt. Preise und Konditionen verhandelt der Einkauf direkt mit dem Hersteller.

  4. Daten von Anfang an erfassen

    Störungen, Ursachen und Eingriffe ab dem ersten Tag einheitlich erfassen. Die Daten tragen jede spätere Stufenentscheidung.

  5. Geräte passend zur Stufe suchen

    PhoenixOne sucht als Vermittler über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai Roboter, die nicht nur den Piloten, sondern auch die spätere Flotte tragen können, und fragt Stückzahlfähigkeit, Service und Generationsplanung vorab ab.

06  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Welche Stufen hat die Skalierung von Robotern?

In Großunternehmen hat sich ein Ablauf in fünf Stufen bewährt: Machbarkeitstest, Pilot an einer Station, Linie mit mehreren Stationen und Schichten, Werk mit eigener Flottenorganisation und schließlich die Konzernflotte über mehrere Standorte. Zwischen den Stufen steht jeweils ein Stufentor mit vorher festgelegten Kriterien.

Was ist ein Stufentor bei Roboterprojekten?

Ein Stufentor ist ein fester Entscheidungspunkt zwischen zwei Skalierungsstufen. Ein Gremium prüft dort vorher festgelegte Kriterien zu Technik, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Organisation, Security und Mitbestimmung. Das Ergebnis kann Weitermachen, Nachbessern oder Abbrechen sein. Alle drei sind gültige Entscheidungen, wenn sie auf gemessenen Werten beruhen.

Warum scheitern Roboterprojekte nach dem Pilot?

Häufig, weil der Pilot unter Sonderbedingungen lief: mit Puffer, viel Aufmerksamkeit und einem Projektteam vor Ort. In der Linie kommen Schichtwechsel, Abhängigkeiten zwischen Stationen und normale Instandhaltung dazu. Fehlen dann Wartungsvertrag, Ersatzteile, Schulung oder Kennzahlen, stockt die Skalierung. Stufentore mit klaren Kriterien helfen dagegen.

Wann muss der Betriebsrat bei der Skalierung beteiligt werden?

Von Anfang an. Nach § 90 Betriebsverfassungsgesetz ist er schon in der Planung zu unterrichten, bei Robotern mit Kameras greift § 87 Abs. 1 Nr. 6 bereits im Piloten. Mit wachsendem Umfang kommen Qualifizierung nach §§ 96 bis 98 und gegebenenfalls eine Betriebsänderung nach § 111 hinzu. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Kann man den Pilot überspringen und direkt eine Flotte kaufen?

Möglich ist es, empfehlenswert selten. Viele Einsätze humanoider Roboter in der Industrie sind derzeit noch Pilotprojekte. Ohne eigene Messwerte fehlen Grundlagen für Service-Level-Agreement, Ersatzteilkonzept, Schulung und Business Case. Ein kurzer, gut gemessener Pilot spart bei der späteren Flotte meist mehr Zeit, als er kostet.

Quellen · Stand Oktober 2026

  1. Betriebsverfassungsgesetz, § 87
  2. Betriebsverfassungsgesetz, § 90
  3. Betriebsverfassungsgesetz, § 97 und § 98
  4. Betriebsverfassungsgesetz, § 111 Betriebsänderungen
  5. Betriebsverfassungsgesetz, § 50 und § 58

Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.

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