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Flotte · Kennzahlen

Kennzahlen der Roboterflotte.Gleich gemessen in jedem Werk.

Die wichtigsten Kennzahlen einer Roboterflotte sind Verfügbarkeit, MTBF (mittlere Betriebszeit zwischen Ausfällen), MTTR (mittlere Wiederherstellungszeit), die Eingriffsrate je Schicht und die Erfolgsquote der Aufgabe. Sie verbinden sich mit der OEE der Linie, die nach ISO 22400-2:2014 als Produkt aus Verfügbarkeit, Effektivität und Qualitätsrate berechnet wird. Für einen Konzern zählt vor allem, dass alle Werke dieselben Definitionen, Datenquellen und Zeiträume verwenden. Erst dann lassen sich Werke, Gerätetypen und Hersteller fair vergleichen. Stand Oktober 2026.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Roboter aus Glas in einem gläsernen Prüfrahmen, Messwerkzeuge aus Aluminium
Werksabnahme und Prüfung vor dem Versand.

01  Grundlage

Warum Flottenkennzahlen andere Fragen beantworten als Pilotkennzahlen.

Ein Pilot beantwortet die Frage, ob ein Roboter eine Aufgabe in einem Werk zuverlässig erledigt. Eine Flotte stellt andere Fragen: Welches Werk betreibt die Geräte am besten? Welcher Gerätetyp fällt häufiger aus? Hält der Hersteller sein Service-Level-Agreement? Lohnt sich die nächste Rolloutwelle?

Diese Fragen lassen sich nur beantworten, wenn alle Werke gleich messen. In der Praxis scheitert das meist an Definitionen und selten an der Technik. Ein Werk zählt Laden als Ausfall, ein anderes nicht. Ein Werk erfasst jeden Neustart als Störung, ein anderes erst ab zehn Minuten. Am Ende stehen Zahlen nebeneinander, die nichts miteinander zu tun haben.

Die Norm ISO 22400-2:2014 definiert Kennzahlen für das Management der Fertigung mit Formel, Zeitverhalten, Einheit und Nutzergruppe. Laut ISO soll sie durch eine überarbeitete Fassung ersetzt werden, die als ISO/DIS 22400-2 in Arbeit ist. Für Roboterflotten eignet sie sich als gemeinsame Sprache mit der Produktion, weil MES-Systeme oft schon danach rechnen.

02  Kennzahlen

Kennzahlen der Roboterflotte im Überblick.

KennzahlWas sie misstTypische DatenquelleWer sie nutzt
Technische VerfügbarkeitAnteil der geplanten Zeit ohne Ausfall durch einen GerätefehlerFleet-Software, StörungsprotokollInstandhaltung, Hersteller
FlottenverfügbarkeitBesetzte Stationen mit arbeitsfähigem Roboter im Verhältnis zu allen RoboterstationenFleet-Software, SchichtplanWerksleitung
MTBFMittlere Betriebszeit zwischen zwei AusfällenStörungsprotokoll mit BetriebsstundenInstandhaltung, Einkauf
MTTRMittlere Zeit vom Ausfall bis zur Wiederaufnahme der AufgabeStörungsprotokoll mit ZeitstempelnInstandhaltung, Servicepartner
EingriffsrateManuelle Eingriffe oder Neustarts je Schicht oder je tausend ZyklenFleet-Software, BedienerprotokollProduktion, Hersteller
ErfolgsquoteKorrekt erledigte Zyklen im Verhältnis zu allen ZyklenMES oder Fleet-SoftwareProduktion, Qualität
ZykluszeitMittelwert und Streuung je AufgabeMES oder Fleet-SoftwareProduktion, Planung
SicherheitsereignisseNot-Halt-Auslösungen, Stürze, BeinaheunfälleFleet-Software, Meldewesen EHSEHS, Betriebsrat

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Wann rechnet sich ein Roboter in Ihrem Werk?

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03  OEE

Roboterkennzahlen und OEE: wie beides zusammenhängt.

Die Gesamtanlageneffektivität, kurz OEE (Overall Equipment Effectiveness), ist in vielen Werken die zentrale Kennzahl der Linie. Nach ISO 22400-2 ergibt sie sich aus Verfügbarkeit mal Effektivität mal Qualitätsrate. Ein Roboter, der an einer Station Teile einlegt, wirkt auf alle drei Faktoren.

Fällt der Roboter aus und die Rückfallebene greift nicht, sinkt die Verfügbarkeit der Linie. Arbeitet er langsamer als der Mensch vor ihm, sinkt die Effektivität. Legt er Teile falsch ein, sinkt die Qualitätsrate. Umgekehrt kann ein Roboter, der in einer schwach besetzten Nachtschicht arbeitet, die OEE einer Linie erhöhen.

Für die Wirtschaftlichkeit der Flotte reicht es deshalb nicht, nur Robotern eigene Kennzahlen zuzuordnen. Sinnvoll ist ein Vergleich der OEE an Stationen mit und ohne Roboter, über einen ausreichend langen Zeitraum und bei vergleichbaren Bedingungen. Der Business Case der nächsten Rolloutwelle stützt sich auf diese Zahlen.

04  Regeln

Regeln für ein Kennzahlensystem über mehrere Werke.

  • Ein Handbuch für alle: Jede Kennzahl hat eine schriftliche Definition mit Formel, Datenquelle, Zeitraum und Ausnahmen. Die Begriffe der Instandhaltung lassen sich aus DIN EN 13306:2018-02 übernehmen.
  • Automatisch erfassen: Kennzahlen kommen aus Fleet-Software und MES, nicht aus Tabellen, die von Hand gepflegt werden.
  • Ursachen kodieren: Jede Störung bekommt einen Ursachencode aus einer einheitlichen Liste, etwa Hardware, Software, Netz, Material, Bedienung. Ohne Codes bleibt die MTBF eine Zahl ohne Erklärung.
  • Gerät, Station, Werk: Kennzahlen auf allen drei Ebenen auswerten. Ein Gerät mit schlechten Werten kann an der falschen Station stehen.
  • Personenbezug vermeiden: Kennzahlen, die Rückschlüsse auf einzelne Beschäftigte zulassen, unterliegen der Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Eine Rahmenvereinbarung legt fest, welche Auswertungen erlaubt sind.
  • Mit dem Hersteller teilen: Ein monatlicher Bericht mit den häufigsten Ausfallursachen gibt dem Hersteller eine Grundlage für Verbesserungen und Ihrem Einkauf eine Grundlage für Gespräche.

05  Einführung

Flottenkennzahlen einführen in fünf Schritten.

  1. Fragen festlegen

    Was will der Konzern wissen? Werksvergleich, Herstellervergleich, SLA-Nachweis, Business Case. Aus den Fragen folgen die Kennzahlen.

  2. Definitionen schreiben

    Handbuch mit Formeln und Ausnahmen, abgestimmt mit Produktion, Instandhaltung, Controlling und Betriebsrat.

  3. Datenquellen anbinden

    Export aus der Fleet-Software prüfen, Anbindung an MES oder Datenplattform herstellen, Ursachencodes einführen.

  4. Werte prüfen

    Die ersten drei Monate dienen der Datenqualität. Erst wenn die Erfassung stimmt, werden Werte verglichen.

  5. Exportfähigkeit vorab klären

    PhoenixOne fragt über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai ab, welche Betriebs- und Störungsdaten die Fleet-Software liefert und in welchem Format. So wissen Sie vor dem Kauf, ob Ihr Kennzahlensystem gefüttert werden kann.

06  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Welche Kennzahlen sind für eine Roboterflotte wichtig?

Für eine Roboterflotte sind technische Verfügbarkeit, Flottenverfügbarkeit, MTBF, MTTR, Eingriffsrate, Erfolgsquote, Zykluszeit und Sicherheitsereignisse wichtig. Dazu kommt der Bezug zur OEE der Linie. Entscheidend ist, dass alle Werke dieselben Definitionen, Datenquellen und Zeiträume nutzen, damit Vergleiche zwischen Werken und Herstellern aussagekräftig sind.

Was bedeuten MTBF und MTTR bei Robotern?

MTBF steht für Mean Time Between Failures, die mittlere Betriebszeit zwischen zwei Ausfällen. MTTR steht für Mean Time To Repair oder Restore, die mittlere Zeit vom Ausfall bis zur Wiederaufnahme der Arbeit. Eine hohe MTBF und eine niedrige MTTR bedeuten eine hohe technische Verfügbarkeit. Beide Werte brauchen ein sauberes Störungsprotokoll.

Wie wirkt ein Roboter auf die OEE?

Die OEE ergibt sich nach ISO 22400-2 aus Verfügbarkeit, Effektivität und Qualitätsrate. Ein Roboter wirkt auf alle drei: Ausfälle senken die Verfügbarkeit, langsamere Zyklen die Effektivität, Fehlgriffe die Qualitätsrate. Er kann die OEE auch erhöhen, etwa in schwach besetzten Schichten. Messen Sie Stationen mit und ohne Roboter im Vergleich.

Was ist die Eingriffsrate bei Robotern?

Die Eingriffsrate zählt, wie oft ein Mensch einem Roboter helfen muss, etwa durch Neustart, Zurechtlegen eines Teils oder Fernsteuerung, bezogen auf eine Schicht oder auf eine feste Zahl von Zyklen. Bei humanoiden Robotern ist sie eine der aussagekräftigsten Kennzahlen, weil sie zeigt, wie selbstständig das Gerät wirklich arbeitet.

Darf man Roboterkennzahlen zur Leistungskontrolle nutzen?

Kennzahlen, die Rückschlüsse auf Verhalten oder Leistung einzelner Beschäftigter zulassen, unterliegen der Mitbestimmung des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Viele Konzerne regeln in einer Rahmenvereinbarung, welche Auswertungen erlaubt sind, und schließen eine Leistungskontrolle einzelner Personen über Roboterdaten aus.

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