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Flotte · Standardisierung

Roboter-Standardisierung im Konzern.Weniger Varianten, mehr Flotte.

Roboter-Standardisierung im Konzern legt fest, welche Robotertypen, Schnittstellen, Konfigurationen und Unterlagen in allen Werken gelten. Sie besteht meist aus einer Konzernrichtlinie, einer Freigabeliste zugelassener Gerätetypen und einem Lastenheft, das die Anforderungen des Konzerns an jeden neuen Roboter beschreibt. Für die Gliederung von Lasten- und Pflichtenheften in der Automatisierung gibt es die Richtlinie VDI 2519 Blatt 1. Ein Standard spart nur dann Aufwand, wenn er auch einen geregelten Ausnahmeprozess für Werke mit besonderen Anforderungen enthält. Stand Oktober 2026.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Roboter aus Glas in einem gläsernen Prüfrahmen, Messwerkzeuge aus Aluminium
Werksabnahme und Prüfung vor dem Versand.

01  Warum

Warum Konzerne Roboter früh standardisieren sollten.

Jede Variante in einer Roboterflotte kostet mehrfach. Sie braucht eigene Ersatzteile, eigene Schulungen, eigene Softwarefreigaben, eigene Netzfreigaben und eigenes Wissen in der Instandhaltung. Bei zwei Geräten fällt das kaum auf. Bei fünfzig Geräten in sechs Werken bestimmt die Zahl der Varianten einen großen Teil der Betriebskosten.

Der beste Zeitpunkt für einen Konzernstandard liegt zwischen Pilot und erstem Rollout. Vorher fehlen Erfahrungen, danach gibt es schon Insellösungen, die niemand mehr anfassen will. Humanoide Roboter entwickeln sich im Jahr 2026 schnell weiter. Ein Standard für sie muss deshalb Updates und neue Gerätegenerationen einplanen, statt einen Stand einzufrieren.

Standardisierung heißt dabei nicht zwingend ein einziger Hersteller. Viele Konzerne lassen je Aufgabe einen oder zwei Gerätetypen zu. Ein Inspektionsvierbeiner im Chemiepark und ein Humanoide an der Montagelinie haben so wenig gemeinsam, dass ein gemeinsamer Typ keinen Sinn ergibt.

Ein Roboter-Standard hilft auch dem Einkauf. Wer dem Hersteller ein festes Lastenheft und eine absehbare Zahl gleicher Geräte vorlegt, verhandelt Rahmenvertrag, Ersatzteile und Schulung für alle Werke auf einmal. Ohne Standard verhandelt jedes Werk allein, mit kleineren Stückzahlen und unterschiedlichen Ergebnissen. Für die Instandhaltung bedeutet ein Standard, dass ein Techniker aus einem Werk im Notfall auch im Nachbarwerk helfen kann, weil er Geräte, Diagnose und Unterlagen schon kennt.

02  Ebenen

Was ein Roboter-Standard im Konzern regeln sollte.

EbeneInhalt des StandardsVerantwortlich
GerätetypenFreigabeliste je Aufgabe mit Generation und HardwarerevisionZentrale Automatisierung mit Einkauf
SicherheitMindestanforderungen an Konformitätsunterlagen, Sicherheitsfunktionen und BetriebsanleitungEHS und Arbeitssicherheit
Netz und SecurityNetzzone nach dem Zonenmodell der Normenreihe IEC 62443, zulässige Verbindungen nach außen, Fernwartung, Software-StücklisteIT/OT-Security
SchnittstellenUnterstützte Protokolle zu MES, Leitstand und InstandhaltungZentrale IT und Automatisierung
KonfigurationStandardparameter, Namensschema für Geräte, Benutzerrollen und RechteFlottenverantwortung
DatenPflichtfelder im Geräteverzeichnis, Exportformat, etwa die Verwaltungsschale nach IEC 63278-1:2023, AufbewahrungFlottenverantwortung mit Datenschutz
DokumentationSprache, Format und Ablage aller UnterlagenFlottenverantwortung

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Wann rechnet sich ein Roboter in Ihrem Werk?

Mit Ihren eigenen Zahlen: Wann sich ein Roboter rechnet, gekauft oder gemietet.

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03  Lastenheft

Das Konzern-Lastenheft für neue Robotertypen.

  • Grundlage: Die Richtlinie VDI 2519 Blatt 1 beschreibt die Vorgehensweise bei der Erstellung von Lasten- und Pflichtenheften für Materialfluss- und Automatisierungssysteme. Das Lastenheft enthält die Anforderungen des Auftraggebers, das Pflichtenheft beschreibt, wie der Auftragnehmer sie umsetzt.
  • Aufgabe und Umgebung: Lasten, Teile, Behälter, Taktzeiten, Hallenbedingungen, Temperatur, Staub, Schichtmodell.
  • Sicherheit und Recht: Konformitätserklärung, Betriebsanleitung in deutscher Sprache, Angaben zu angewandten Normen, Risikobeurteilung des Herstellers.
  • Security: Software-Stückliste, Update-Politik, Unterstützungszeitraum, Fernwartungskonzept, Betrieb ohne Cloud.
  • Betrieb: Wartungsplan, Ersatzteilliste, Schulungsangebot, Diagnosezugang, Datenexport.
  • Zukunft: Wie lange wird die Generation unterstützt, wie läuft der Übergang auf die nächste?
  • Ein einheitliches Lastenheft macht Angebote verschiedener Hersteller vergleichbar. PhoenixOne nutzt es als Vermittler, um über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai gezielt passende Geräte zu suchen und die Antworten im Format Ihres Lastenhefts einzuholen.

04  Ausnahmen

Ausnahmen regeln: damit der Standard hält.

Ein Konzernstandard ohne Ausnahmeprozess wird umgangen. Ein Werk mit einer besonderen Aufgabe kauft dann außerhalb des Standards, oft über ein Projektbudget. Besser ist ein klarer Weg: Das Werk beantragt die Ausnahme mit Begründung, die zentrale Stelle prüft, und die Entscheidung wird dokumentiert.

Bewährt hat sich, jede genehmigte Ausnahme zeitlich zu begrenzen und als Pilot zu behandeln. Zeigt der Pilot, dass die Aufgabe auch in anderen Werken vorkommt, wird der neue Typ in die Freigabeliste aufgenommen. Bleibt es ein Einzelfall, trägt das Werk die zusätzlichen Kosten für Teile und Schulung selbst.

Ehrlich gesagt: Manchmal ergibt die Prüfung, dass gar kein Humanoide nötig ist. Ein Cobot, ein fahrerloses Transportfahrzeug oder ein klassischer Industrieroboter erfüllt viele Aufgaben einfacher. Auch das gehört als mögliches Ergebnis in den Ausnahmeprozess.

05  Einführung

Roboter-Standard einführen in fünf Schritten.

  1. Bestand erfassen

    Welche Roboter, Cobots und Vierbeiner laufen heute in welchen Werken, mit welchen Verträgen und Softwareständen?

  2. Pilotwissen sichern

    Was hat im Pilotwerk funktioniert, was nicht? Diese Erfahrungen bilden den ersten Entwurf des Standards.

  3. Richtlinie und Lastenheft schreiben

    Zentrale Automatisierung, EHS, IT/OT-Security, Einkauf und Betriebsrat arbeiten gemeinsam am Entwurf. Die Werke kommentieren.

  4. Freigabeliste veröffentlichen

    Zugelassene Typen je Aufgabe mit Generation und gültigem Softwarestand. Die Liste wird regelmäßig überprüft.

  5. Pflege festlegen

    Wer ändert den Standard, wie oft, und wie erfahren die Werke davon? Ein Standard ohne Pflege veraltet bei Humanoiden schnell.

06  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Warum sollten Konzerne Roboter standardisieren?

Jede zusätzliche Robotervariante braucht eigene Ersatzteile, Schulungen, Softwarefreigaben und Netzfreigaben. Ein Konzernstandard begrenzt die Varianten, macht Werke vergleichbar und erleichtert Rollouts. Der beste Zeitpunkt liegt zwischen Pilot und erstem Rollout, bevor sich Insellösungen in einzelnen Werken festsetzen. Ein Standard erleichtert außerdem die Zusammenarbeit der Instandhaltung über Werksgrenzen.

Was gehört in ein Lastenheft für humanoide Roboter?

Ein Lastenheft beschreibt Aufgabe und Umgebung, Anforderungen an Sicherheit und Unterlagen, Security mit Software-Stückliste und Update-Politik, Betrieb mit Wartung, Ersatzteilen und Schulung sowie die Zukunft der Gerätegeneration. Für die Vorgehensweise gibt es die Richtlinie VDI 2519 Blatt 1 zu Lasten- und Pflichtenheften.

Was ist der Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft?

Das Lastenheft enthält die Anforderungen des Auftraggebers, also was der Konzern von einem Roboter erwartet. Das Pflichtenheft beschreibt, wie der Auftragnehmer diese Anforderungen umsetzt. So unterscheidet es auch die Richtlinie VDI 2519 Blatt 1 für Materialfluss- und Automatisierungssysteme. In der Praxis schreibt der Konzern das Lastenheft, der Hersteller antwortet mit einem Angebot oder Pflichtenheft.

Sollte ein Konzern nur einen Roboterhersteller zulassen?

Nicht unbedingt. Viele Konzerne lassen je Aufgabe einen oder zwei Gerätetypen zu. Ein Inspektionsvierbeiner und ein Humanoide an der Montagelinie haben unterschiedliche Anforderungen. Zwei Hersteller je Aufgabe können außerdem die Abhängigkeit verringern, kosten aber zusätzliche Teile, Schulungen und Freigaben. Wichtig ist, die Entscheidung in der Konzernrichtlinie zu begründen.

Wie oft muss ein Roboter-Standard aktualisiert werden?

Eine feste Regel gibt es nicht. Weil sich humanoide Roboter schnell weiterentwickeln, sollte der Standard einen festen Überprüfungsrhythmus haben und bei neuen Gerätegenerationen, Sicherheitslücken oder geänderten Vorschriften zusätzlich angepasst werden. Wer den Standard ändert und wie die Werke informiert werden, steht in der Richtlinie.

Quellen · Stand Oktober 2026

  1. VDI 2519 Blatt 1, Vorgehensweise bei der Erstellung von Lasten-/Pflichtenheften (Dezember 2001)
  2. IEC 63278-1:2023, Asset Administration Shell for industrial applications, Part 1
  3. ISA/IEC 62443 Series of Standards

Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.

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