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Import · Lieferantenprüfung

Lieferantenprüfung in China.Vom Credit Code bis zur Freigabe.

Die Lieferantenprüfung eines chinesischen Roboterherstellers umfasst fünf Teile: die Business License mit dem 18-stelligen Unified Social Credit Code im amtlichen Unternehmensregister prüfen, ein Audit vor Ort, Referenzen aus der Industrie, die Verifizierung von Zertifikaten bei der ausstellenden Stelle und ein Screening gegen Sanktionslisten. Besonders wichtig: Eine EU-Baumusterprüfbescheinigung darf nur eine notifizierte Stelle ausstellen, deren Kennnummer in der Datenbank der Europäischen Kommission steht. Bescheinigungen ohne diese Grundlage haben keine rechtliche Wirkung.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Roboter aus Glas in einem gläsernen Prüfrahmen, Messwerkzeuge aus Aluminium
Werksabnahme und Prüfung vor dem Versand.

01  Register

Business License und Credit Code richtig prüfen.

Jedes Unternehmen in China hat eine Business License mit einem 18-stelligen Unified Social Credit Code. Dieser Code ist der Schlüssel für jede weitere Prüfung. Lassen Sie sich eine Kopie der Lizenz geben und gleichen Sie die Angaben im National Enterprise Credit Information Publicity System ab, dem amtlichen Unternehmensregister unter gsxt.gov.cn.

Achten Sie auf vier Punkte. Erstens den Geschäftszweck: Steht dort die Herstellung von Robotern oder intelligenten Geräten, oder nur Handel und Technologieberatung? Ein reiner Händler ist kein Hersteller. Zweitens den Status: aktiv oder gelöscht. Drittens das Gründungsdatum und die Gesellschafter. Viertens Einträge zu Verwaltungsstrafen oder abnormalen Geschäftstätigkeiten, die das Register ebenfalls ausweist.

Prüfen Sie, ob der Vertragspartner dieselbe Gesellschaft ist wie der Hersteller. Häufig unterschreibt eine Vertriebsgesellschaft oder eine Gesellschaft in Hongkong. Das ist nicht verboten, aber die Haftung, die Gewährleistung und die Unterlagen müssen dann sauber zugeordnet sein.

02  Prüfpunkte

Prüfpunkte der Lieferantenprüfung mit Quelle und Nachweis.

PrüfpunktWas prüfenWo verifizieren
Existenz und StatusName, Credit Code, Geschäftszweck, Status, GesellschafterNational Enterprise Credit Information Publicity System (gsxt.gov.cn)
QualitätsmanagementISO 9001 oder vergleichbar, Geltungsbereich, Standort, GültigkeitZertifizierungsstelle direkt oder IAF CertSearch
CE-UnterlagenKonformitätserklärung, angewandte Normen, bei Bedarf BaumusterprüfbescheinigungKennnummer der notifizierten Stelle in der Datenbank der Europäischen Kommission
Funk und CybersecurityRED-Konformität, EN-18031-Nachweis, SBOMPrüfberichte des Labors, Rückfrage beim Labor
SanktionenHersteller, Gesellschafter, Banken, wichtige VorlieferantenEU-Finanzsanktionsliste, EU-Sanktionskarte, Konzern-Screening-Tool
ReferenzenIndustriekunden mit ähnlicher AnwendungDirekter Kontakt zur Referenz, möglichst Besuch
Menschenrechte und UmweltSelbstauskunft, Verhaltenskodex, VorlieferantenRisikoanalyse nach § 5 LkSG

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Welche Unterlagen braucht Ihr Einkauf vom Hersteller?

Mit Ihren eigenen Zahlen: Wann sich ein Roboter rechnet, gekauft oder gemietet.

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03  Zertifikate

Zertifikate prüfen: die häufigsten Fallen.

  • „CE-Zertifikat“ einer Prüfstelle ohne Notifizierung: Die CE-Kennzeichnung ist eine Erklärung des Herstellers. Ein Papier einer Stelle, die für das Verfahren nicht notifiziert ist, ersetzt weder Konformitätserklärung noch technische Dokumentation.
  • Kennnummer der notifizierten Stelle: Eine echte EU-Baumusterprüfbescheinigung nennt eine vierstellige Kennnummer. Prüfen Sie in der Datenbank der Europäischen Kommission, ob die Stelle für die betreffende Rechtsvorschrift notifiziert ist.
  • Zertifikat gilt für ein anderes Produkt: Modellbezeichnung, Softwarestand und Akkutyp müssen mit dem gelieferten Roboter übereinstimmen.
  • ISO 9001 für einen anderen Standort: Der Geltungsbereich nennt Standorte. Gilt das Zertifikat nur für die Vertriebsgesellschaft, sagt es nichts über die Fertigung.
  • Abgelaufene oder zurückgezogene Zertifikate: Immer bei der ausstellenden Stelle nachfragen, nicht nur das PDF prüfen.
  • Testberichte ohne Labor-Akkreditierung: Fragen Sie nach der Akkreditierung des Labors und lassen Sie sich die Berichte vollständig geben, nicht nur Deckblätter.

04  Sanktionen

Sanktionslisten und Exportkontrolle beim chinesischen Lieferanten.

Konzerne screenen jeden neuen Geschäftspartner gegen Sanktionslisten. Für Deutschland sind die EU-Finanzsanktionsliste der Bundesbank und die EU-Sanktionskarte die Grundlage. Bereitstellungsverbote gelten für gelistete Personen und Unternehmen, auch in China. Zu prüfen sind der Hersteller, seine Gesellschafter, die Bank, über die gezahlt wird, und bei Bedarf wichtige Vorlieferanten.

Die EU hat im Rahmen der Russland-Sanktionen auch Unternehmen mit Sitz in China gelistet, die Russland bei militärischen Gütern unterstützen sollen. Ein Treffer beim Hersteller selbst oder bei einem verbundenen Unternehmen ist ein Ausschlussgrund für die Freigabe.

Viele Konzerne prüfen zusätzlich US-Listen, wenn sie Geschäft in den USA haben oder US-Technik im Spiel ist. Ob das nötig ist, legt Ihre Exportkontrolle fest. Fragen zu Ausfuhrgenehmigungen beantwortet das BAFA. Diese Seite ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

05  Freigabe

Vom Erstkontakt zur Lieferantenfreigabe im Konzern.

  1. Vorprüfung

    Credit Code, Register, Sanktions-Screening. Dauert intern wenige Tage und sortiert offensichtliche Probleme aus.

  2. Fragebogen

    Lieferantenselbstauskunft des Konzerns mit Qualität, Umwelt, Menschenrechten, Informationssicherheit und Finanzdaten.

  3. Unterlagen prüfen

    Konformitätserklärung, Prüfberichte, Zertifikate, Akku-Unterlagen. IT/OT-Security bekommt SBOM und Update-Politik.

  4. Audit vor Ort

    Fertigung, Qualitätssicherung, Prüfstände, Ersatzteillager. Oft verbunden mit einem ersten Test des Roboters.

  5. Referenzen

    Gespräche mit Industriekunden, die den Roboter im Einsatz haben.

  6. Freigabe

    Entscheidung im Konzerneinkauf, Eintrag im Lieferantenstamm, Rahmenvertrag. PhoenixOne vermittelt über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai, fordert Lizenz, Zertifikate und Unterlagen an und organisiert Audittermine. Prüfung und Freigabe bleiben bei Ihnen.

06  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Wie prüfe ich, ob ein chinesischer Hersteller existiert?

Lassen Sie sich die Business License geben und prüfen Sie den 18-stelligen Unified Social Credit Code im National Enterprise Credit Information Publicity System, dem amtlichen Unternehmensregister unter gsxt.gov.cn. Dort sehen Sie Name, Status, Geschäftszweck, Gründungsdatum und Gesellschafter. Achten Sie darauf, ob der Geschäftszweck die Herstellung umfasst oder nur den Handel.

Woran erkenne ich ein gefälschtes CE-Zertifikat?

CE ist eine Erklärung des Herstellers, kein Zertifikat einer Prüfstelle. Eine EU-Baumusterprüfbescheinigung darf nur eine notifizierte Stelle ausstellen. Prüfen Sie deren vierstellige Kennnummer in der Datenbank der Europäischen Kommission und ob die Stelle für die betreffende Rechtsvorschrift notifiziert ist. Modell und Softwarestand müssen zum Roboter passen.

Welche Sanktionslisten muss ich bei Lieferanten aus China prüfen?

Mindestens die EU-Finanzsanktionsliste und die Listen der EU-Sanktionskarte. Die EU hat im Rahmen der Russland-Sanktionen auch Unternehmen in China gelistet. Geprüft werden Hersteller, Gesellschafter, Banken und wichtige Vorlieferanten. Ob US-Listen zusätzlich nötig sind, legt die Exportkontrolle Ihres Konzerns fest. Dokumentieren Sie jedes Screening mit Datum.

Ist ein Audit beim Roboterhersteller in China nötig?

Für die erste Freigabe eines neuen Herstellers ist ein Audit vor Ort dringend zu empfehlen. Sie sehen Fertigung, Qualitätssicherung und Prüfstände, die kein Dokument zeigt. Für Großunternehmen ist es oft auch Teil der Präventionsmaßnahmen nach dem Lieferkettengesetz. Folgeprüfungen können risikobasiert seltener stattfinden.

Was ist der Unified Social Credit Code?

Der Unified Social Credit Code ist eine 18-stellige Kennung, die jedes in China registrierte Unternehmen trägt. Er steht auf der Business License und dient als Registernummer, Steuernummer und Organisationscode in einem. Mit ihm lässt sich ein Unternehmen im amtlichen Register eindeutig finden.

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