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Wirtschaftlichkeit · Instandhaltung

Wartungskosten von Robotern.Was regelmäßig anfällt und was überrascht.

Die Wartungskosten eines Roboters umfassen nach DIN 31051 (Ausgabe Juni 2019) vier Arten von Instandhaltung: Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Dazu kommen Ersatz- und Verschleißteile, Personal, Serviceeinsätze des Herstellers und Stillstandszeiten. Die Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet den Arbeitgeber in § 10, Arbeitsmittel instand zu halten und dabei die Angaben des Herstellers zu berücksichtigen. Bei humanoiden Robotern fehlen oft Langzeitwerte, deshalb gehören Wartungsintervalle und Ersatzteillisten vor dem Kauf auf den Tisch.

Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
Eine Balkenwaage aus Aluminium und Kupfer, links ein Roboter aus Glas, rechts vier Sanduhren, im Gleichgewicht
Wann sich ein Roboter rechnet, mit Ihren eigenen Zahlen.

01  Arten

Roboter-Wartungskosten nach DIN 31051 gegliedert.

Maßnahme nach DIN 31051BedeutungBeispiele beim HumanoidenKostenart
WartungVerzögerung des Abbaus der AbnutzungReinigen, Schmieren, Nachspannen, Software-Pflegeplanbar, wiederkehrend
InspektionFeststellen und Beurteilen des IstzustandsSichtprüfung von Gelenken und Händen, Sensortest, Akkuzustandplanbar, wiederkehrend
InstandsetzungRückführung in den funktionsfähigen ZustandTausch von Antrieben, Greiferfingern, Kabeln, Kamerasteils ungeplant
VerbesserungSteigerung von Zuverlässigkeit oder Sicherheit ohne Änderung der FunktionNachrüstung, Software-Update mit Fehlerbehebungprojektbezogen

02  Posten

Welche Posten in die Wartungsrechnung gehören.

  • Verschleißteile: Teile mit begrenzter Lebensdauer wie Greiferbeläge, Gelenkdichtungen, Fußsohlen bei Humanoiden. Fragen Sie nach Tauschintervall in Betriebsstunden.
  • Akku: Die Zahl der Ladezyklen bis zum Kapazitätsverlust bestimmt, wann der Akku ersetzt werden muss.
  • Ersatzteile für Ausfälle: Antriebe, Steuerplatinen, Sensoren. Ein eigener Grundbestand senkt Stillstand, bindet aber Kapital.
  • Eigenes Personal: Mechatronikerinnen und Mechatroniker, die Wartung und erste Instandsetzung übernehmen. Dazu gehört ihre Schulung.
  • Herstellerservice: Fernwartung, Einsätze vor Ort, Reparaturen im Herstellerwerk. Bei Herstellern in China zählen Reisezeit und Versand mit.
  • Software: Wartungs- und Supportverträge, Update-Pakete, Lizenzen für Diagnosewerkzeuge.
  • Prüfungen: Wiederkehrende Prüfungen durch befähigte Personen nach der Betriebssicherheitsverordnung, soweit einschlägig.
  • Stillstand: Die Zeit, in der der Roboter nicht arbeitet, kostet Produktion oder eine Ersatzlösung.

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Wann rechnet sich ein Roboter in Ihrem Werk?

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03  Pflichten

Pflichten aus der Betriebssicherheitsverordnung.

§ 10 Abs. 1 der Betriebssicherheitsverordnung verlangt vom Arbeitgeber Instandhaltungsmaßnahmen, damit Arbeitsmittel während der gesamten Verwendungsdauer den Sicherheitsanforderungen entsprechen. Dabei sind die Angaben des Herstellers zu berücksichtigen. Nach § 10 Abs. 2 BetrSichV dürfen Instandhaltungsarbeiten nur fachkundige, beauftragte und unterwiesene Beschäftigte oder geeignete Auftragnehmer durchführen, und zwar auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung.

§ 14 BetrSichV regelt die Prüfung von Arbeitsmitteln. Arbeitsmittel, deren Sicherheit von den Montagebedingungen abhängt, sind vor der erstmaligen Verwendung von einer zur Prüfung befähigten Person zu prüfen. Arbeitsmittel, die schädigenden Einflüssen ausgesetzt sind, sind wiederkehrend zu prüfen. Welche Prüfungen für einen bestimmten Roboter gelten, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Die Hinweise zur BetrSichV sind allgemeine Information und ersetzen keine Rechtsberatung.

Für die Kostenrechnung heißt das: Ohne verständliche Wartungsanleitung des Herstellers kann der Betreiber seine Pflichten kaum erfüllen. Eine vollständige Betriebsanleitung in deutscher Sprache ist deshalb auch eine Kostenfrage.

04  Abschätzen

Wartungskosten vor dem Kauf abschätzen: fünf Schritte.

  1. Wartungsplan anfordern

    Intervalle in Betriebsstunden oder Kalenderzeit, Arbeitsumfang je Intervall, benötigte Qualifikation. Ohne diesen Plan ist jede Schätzung geraten.

  2. Ersatzteilliste mit Lebensdauer anfordern

    Welche Teile verschleißen, nach wie vielen Stunden, wie lange ist die Lieferzeit nach Europa? Preise kommen mit dem Angebot.

  3. Auf das eigene Schichtmodell umrechnen

    Ein Intervall von einer bestimmten Zahl Betriebsstunden fällt im Dreischichtbetrieb dreimal so oft an wie im Einschichtbetrieb.

  4. Eigenleistung und Fremdleistung trennen

    Was erledigt Ihre Instandhaltung, was nur der Hersteller? Daraus ergeben sich Schulungsbedarf und Servicevertrag.

  5. Reserve für Unbekanntes einplanen

    Bei einer jungen Geräteklasse gibt es Ausfälle, die niemand vorhergesagt hat. Kennzeichnen Sie diese Reserve als Annahme in der TCO.

05  Strategie

Wartungsstrategie für Pilot und Flotte.

Im Pilot ist der Hersteller meist eng dabei. Fehler werden gemeinsam analysiert, Teile kommen per Expressversand. Für eine Flotte reicht das nicht. Dort braucht das Werk eigenes Wissen, einen Ersatzteilbestand und einen Servicevertrag mit Reaktionszeiten. Viele Konzerne bauen dafür ein Kernteam auf, das alle Werke unterstützt.

Zustandsorientierte Instandhaltung kann bei Robotern sinnvoll sein, weil die Steuerung Daten zu Motorströmen, Temperaturen und Fehlern liefert. Ob und wie diese Daten zugänglich sind, regelt der Vertrag mit dem Hersteller. PhoenixOne fragt über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai Wartungsplan, Ersatzteilliste und Datenzugang an, bevor Sie sich entscheiden. Die Werte fließen in die TCO und in den Amortisationsrechner ein.

Für die Kostenrechnung lohnt sich eine einfache Trennung: planbare Kosten aus dem Wartungsplan, erwartete Kosten aus Verschleißteilen und eine Reserve für Ausfälle. Die ersten beiden lassen sich mit Herstellerangaben füllen. Die Reserve sollte nach dem Pilot mit echten Ausfalldaten überprüft werden.

06  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Wie hoch sind die Wartungskosten für einen Roboter?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Die Wartungskosten hängen von Modell, Schichtmodell, Wartungsplan des Herstellers, Ersatzteilpreisen und dem Anteil an Eigenleistung ab. Fordern Sie vor dem Kauf den Wartungsplan und eine Ersatzteilliste mit Lebensdauerangaben an und rechnen Sie beides auf Ihr Schichtmodell um.

Was umfasst die Instandhaltung nach DIN 31051?

DIN 31051 in der Ausgabe von Juni 2019 gliedert die Instandhaltung in vier Grundmaßnahmen: Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Wartung verzögert den Abbau der Abnutzung, Inspektion stellt den Istzustand fest, Instandsetzung stellt die Funktion wieder her, Verbesserung steigert Zuverlässigkeit oder Sicherheit.

Muss ein Roboter regelmäßig geprüft werden?

Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt in § 14 Prüfungen von Arbeitsmitteln vor der ersten Verwendung, wenn die Sicherheit von der Montage abhängt, und wiederkehrend bei schädigenden Einflüssen. Art und Fristen ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Für Ihren Roboter legt das Ihre Arbeitssicherheit fest. Dies ist allgemeine Information.

Wer darf einen Roboter warten?

Nach § 10 Abs. 2 BetrSichV dürfen Instandhaltungsarbeiten nur fachkundige, beauftragte und unterwiesene Beschäftigte oder geeignete Auftragnehmer ausführen. Grundlage ist eine Gefährdungsbeurteilung, die Betriebsanleitung des Herstellers ist zu berücksichtigen. In der Praxis teilen sich eigene Instandhaltung und Herstellerservice die Aufgaben nach Schulungsstand.

Welche Wartungsunterlagen sollte man vor dem Roboterkauf verlangen?

Verlangen Sie einen Wartungsplan mit Intervallen und Arbeitsumfang, eine Ersatzteilliste mit Lebensdauer und Lieferzeit nach Europa, Angaben zu Akkuzyklen, eine Betriebsanleitung in deutscher Sprache und die Bedingungen für Fernwartung und Datenzugang. Diese Unterlagen sind die Basis für eine realistische Kostenrechnung.

Quellen · Stand Oktober 2026

  1. DIN 31051:2019-06 Grundlagen der Instandhaltung
  2. Betriebssicherheitsverordnung § 10 Instandhaltung und Änderung von Arbeitsmitteln
  3. Betriebssicherheitsverordnung § 14 Prüfung von Arbeitsmitteln

Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.

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