Flotte · Wartungsvertrag
Wartungsvertrag für Roboter.Wer wartet was, wann und wie nachweisbar.
Ein Wartungsvertrag für Roboter regelt, welche Instandhaltungsleistungen der Hersteller oder ein Dienstleister übernimmt und welche Ihre eigene Instandhaltung erbringt. Eine gute Gliederung liefert DIN 31051:2019-06 mit den vier Grundmaßnahmen Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Die Pflicht zur Instandhaltung selbst bleibt beim Arbeitgeber: Nach § 10 Betriebssicherheitsverordnung muss er Arbeitsmittel während der gesamten Verwendungsdauer in sicherem Zustand halten und dabei die Herstellerangaben berücksichtigen. Ein Vertrag verlagert Arbeit, nicht diese Verantwortung. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Pflicht
Warum ein Wartungsvertrag die Betreiberpflicht nicht ersetzt.
§ 10 Abs. 1 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) verpflichtet den Arbeitgeber, Instandhaltungsmaßnahmen zu treffen, damit Arbeitsmittel während der gesamten Verwendungsdauer sicher bleiben. Notwendige Maßnahmen sind unverzüglich durchzuführen. Nach Abs. 2 dürfen nur fachkundige, beauftragte und unterwiesene Beschäftigte oder geeignete Auftragnehmer mit vergleichbarer Qualifikation diese Arbeiten erledigen.
Für einen Konzern mit Humanoiden oder Vierbeinern in mehreren Werken heißt das: Der Wartungsvertrag mit dem Hersteller ist ein Werkzeug, um diese Pflicht zu erfüllen. Die Verantwortung bleibt im Werk. Deshalb muss der Vertrag so geschrieben sein, dass das Werk jederzeit nachweisen kann, was wann von wem gemacht wurde.
Dazu kommen wiederkehrende Prüfungen nach § 14 BetrSichV. Ihre Art, ihr Umfang und ihre Fristen legt der Arbeitgeber nach § 3 Abs. 6 BetrSichV in der Gefährdungsbeurteilung fest. Der Vertrag sollte klären, ob der Dienstleister diese Prüfungen übernimmt und ob seine Techniker als zur Prüfung befähigte Personen gelten können.
02 Leistungen
Leistungen im Wartungsvertrag nach DIN 31051 gegliedert.
| Grundmaßnahme nach DIN 31051 | Beispiel beim Humanoiden oder Vierbeiner | Typische Aufteilung |
|---|---|---|
| Wartung | Reinigung von Sensoren und Kameras, Tausch von Verschleißteilen wie Fußsohlen oder Greiferbacken, Akkupflege | Eigene Instandhaltung nach Herstellerplan |
| Inspektion | Sichtprüfung nach Sturz, Prüfung von Gelenkspiel, Kalibrierung der Sensorik, Prüfung der Sicherheitsfunktionen | Eigene Instandhaltung, jährlich ergänzt durch den Hersteller |
| Instandsetzung | Tausch von Gelenkmodulen, Händen oder Steuerungsplatinen, Reparatur nach Sturz | Einfache Baugruppen im Werk, komplexe Reparaturen beim Hersteller |
| Verbesserung | Änderungen aus wiederkehrenden Störungen, neue Hardwarerevision, Software mit verbesserter Fehlerbehandlung | Hersteller, Freigabe durch den Konzern |
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Wann rechnet sich ein Roboter in Ihrem Werk?
Mit Ihren eigenen Zahlen: Wann sich ein Roboter rechnet, gekauft oder gemietet.
03 Inhalte
Was in den Wartungsvertrag für eine Roboterflotte gehört.
- Geltungsbereich: Liste der Geräte mit Seriennummern und Standorten. Neue Geräte kommen per Nachtrag hinzu, ohne dass der Vertrag neu verhandelt wird.
- Wartungsplan: Intervalle nach Betriebsstunden oder Kalender, mit Inhalt jeder Wartungsstufe. Die Angaben des Herstellers aus der Betriebsanleitung sind die Grundlage.
- Freigabe für die eigene Instandhaltung: Welche Arbeiten darf Ihr Personal nach Schulung selbst erledigen, ohne Gewährleistung oder Haftung zu gefährden?
- Diagnosezugang: Zugriff auf Fehlerprotokolle und Diagnosesoftware für die eigene Instandhaltung, mit Lizenzen für alle Werke.
- Dokumentation: Ein Wartungsbericht je Einsatz und Gerät, digital und in deutscher Sprache. Er dient als Nachweis gegenüber Aufsicht und Berufsgenossenschaft.
- Ersatzteile: Welche Teile im Vertrag enthalten sind, welche gesondert berechnet werden und wie lange sie lieferbar bleiben.
- Fremdfirmen im Werk: Regeln für Techniker des Herstellers auf dem Werksgelände, also Einweisung, Arbeitsfreigabe und Abstimmung nach § 13 BetrSichV, wenn Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber zusammenwirken.
- Laufzeit und Ende: Mindestlaufzeit, Kündigung, Übergabe von Unterlagen und Wissen bei Vertragsende.
04 Modelle
Drei Vertragsmodelle für Wartung im Konzern.
Im ersten Modell übernimmt der Hersteller die gesamte Wartung. Das ist im Pilotbetrieb üblich, weil die eigene Mannschaft das Gerät noch nicht kennt. Bei einer Flotte in mehreren Werken wird es schwierig, wenn der Hersteller in Europa nur wenige Techniker hat.
Im zweiten Modell arbeitet die eigene Instandhaltung im Werk, der Hersteller liefert Teile, Schulung, Ferndiagnose und die schweren Reparaturen. Für Konzerne mit starker eigener Instandhaltung ist dieses geteilte Modell häufig die passende Lösung. Es setzt voraus, dass der Hersteller Diagnosewerkzeuge und Schulungen tatsächlich freigibt.
Im dritten Modell übernimmt ein Instandhaltungsdienstleister in Deutschland die Wartung und hält Kontakt zum Hersteller. Das kann sinnvoll sein, wenn der Hersteller keine eigene Struktur in Europa hat. Prüfen Sie dann, ob der Dienstleister vom Hersteller autorisiert ist. Sonst drohen Streit über Gewährleistung und fehlender Zugang zu Software.
Für eine Aufgabe, die ein klassischer Industrieroboter mit etabliertem Servicenetz erledigen kann, ist die Wartung oft einfacher zu organisieren. Das gehört ehrlich in die Entscheidung, bevor eine Humanoiden-Flotte bestellt wird.
05 Ablauf
Wartungsvertrag verhandeln in fünf Schritten.
Daten aus dem Pilot sammeln
Welche Teile verschlissen, welche Störungen kamen wie oft vor, wie lange dauerten Reparaturen? Diese Zahlen sind die beste Grundlage für jede Verhandlung.
Aufgaben zuordnen
Für jede Grundmaßnahme nach DIN 31051 festlegen, wer sie erbringt: Werk, Hersteller oder Dienstleister.
Nachweise festlegen
Format und Inhalt der Wartungsberichte, Ablage im zentralen Geräteverzeichnis, Fristen für die Übermittlung.
Mit SLA und Ersatzteilen verbinden
Wartungsvertrag, Service-Level-Agreement und Ersatzteilkonzept müssen zusammenpassen. Widersprüche zwischen den Dokumenten führen im Störfall zu Streit.
Herstellerangaben vorab einholen
PhoenixOne fragt über den direkten Kontakt zu Herstellern in Shanghai Wartungspläne, Verschleißteillisten und das Schulungsangebot für Ihre Instandhaltung ab. Konditionen und Haftung verhandeln Sie direkt mit dem Hersteller.
06 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Was gehört in einen Wartungsvertrag für Roboter?
Ein Wartungsvertrag für Roboter sollte Geltungsbereich mit Seriennummern, Wartungsplan, Aufgabenteilung zwischen Hersteller und eigener Instandhaltung, Diagnosezugang, Dokumentation, Ersatzteile, Regeln für Fremdfirmen im Werk sowie Laufzeit und Übergabe bei Vertragsende regeln. Eine sinnvolle Gliederung der Leistungen liefert DIN 31051 mit Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung.
Muss der Hersteller die Wartung eines Industrieroboters übernehmen?
Nein, eine solche Pflicht gibt es nicht. Die Pflicht zur Instandhaltung liegt nach § 10 Betriebssicherheitsverordnung beim Arbeitgeber. Er kann eigene fachkundige Beschäftigte oder geeignete Auftragnehmer einsetzen und muss die Angaben des Herstellers berücksichtigen. Ob der Hersteller Wartung anbietet, ist eine Frage des Vertrags.
Darf die eigene Instandhaltung Roboter selbst warten?
Ja, wenn die Beschäftigten fachkundig, beauftragt und unterwiesen sind, wie es § 10 Abs. 2 BetrSichV verlangt, und die Betriebsanleitung berücksichtigt wird. Klären Sie im Vertrag, welche Arbeiten Ihr Personal übernehmen darf, ohne die Gewährleistung zu gefährden, und ob der Hersteller Schulung und Diagnosesoftware bereitstellt.
Was ist der Unterschied zwischen Wartung und Instandsetzung?
Nach DIN 31051 ist Wartung eine der vier Grundmaßnahmen der Instandhaltung und dient dazu, den Abbau des Abnutzungsvorrats zu verzögern, etwa durch Reinigen oder Tausch von Verschleißteilen. Instandsetzung stellt die Funktion eines fehlerhaften Teils wieder her. Dazu kommen Inspektion und Verbesserung als weitere Grundmaßnahmen.
Wie oft müssen Roboter geprüft werden?
Eine feste Frist für humanoide Roboter steht in keinem Gesetz. Der Arbeitgeber legt Art, Umfang und Fristen wiederkehrender Prüfungen nach § 3 Abs. 6 BetrSichV in der Gefährdungsbeurteilung fest. Die Fristen müssen so gewählt sein, dass das Gerät bis zur nächsten Prüfung sicher verwendet werden kann. Herstellerangaben fließen ein.
Quellen · Stand Oktober 2026
- DIN 31051:2019-06, Grundlagen der Instandhaltung (DIN Media)
- DIN EN 13306:2018-02, Instandhaltung, Begriffe der Instandhaltung (DIN Media)
- Betriebssicherheitsverordnung, § 10 Instandhaltung und Änderung von Arbeitsmitteln
- Betriebssicherheitsverordnung, § 3 Gefährdungsbeurteilung
- Betriebssicherheitsverordnung, § 13 Zusammenarbeit verschiedener Arbeitgeber
- Betriebssicherheitsverordnung, § 14 Prüfung von Arbeitsmitteln
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.
07 Weiter
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