Begriffe · Glossar
Bevollmächtigter (EU).Was der Begriff bedeutet.
Bevollmächtigter ist nach Art. 3 Nr. 19 der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 jede in der Union ansässige natürliche oder juristische Person, die von einem Hersteller schriftlich beauftragt wurde, in seinem Namen bestimmte Aufgaben wahrzunehmen. Mandat und Mindestaufgaben regelt Art. 12 der Verordnung.
Kurz beantwortet · Stand Oktober 2026
01 Definition
Bevollmächtigter (EU): die Erklärung.
Ein Hersteller außerhalb der EU kann einen Bevollmächtigten in der EU benennen. Nach Art. 12 Abs. 1 der Maschinenverordnung geschieht das schriftlich. Bestimmte Pflichten kann der Hersteller nicht übertragen: die Pflicht aus Art. 10 Abs. 1, die Maschine nach den grundlegenden Anforderungen zu konstruieren und zu bauen, die entsprechende Pflicht für unvollständige Maschinen aus Art. 11 Abs. 1 und die Erstellung der technischen Unterlagen nach Anhang IV. Diese bleiben immer beim Hersteller.
Art. 12 Abs. 2 nennt die Mindestaufgaben, die das Mandat ermöglichen muss. Der Bevollmächtigte hält die technischen Unterlagen und die EU-Konformitätserklärung mindestens zehn Jahre ab Inverkehrbringen für die Marktüberwachungsbehörden bereit. Er händigt auf begründetes Verlangen einer Behörde alle Informationen zum Nachweis der Konformität aus. Er arbeitet mit den Behörden bei Maßnahmen zur Abwendung von Risiken zusammen.
Der Bevollmächtigte ist nicht dasselbe wie der Einführer. Der Einführer hat eigene gesetzliche Pflichten aus Art. 13. Der Bevollmächtigte handelt im Namen des Herstellers und nur im Rahmen seines Mandats. Nach Art. 4 der Verordnung (EU) 2019/1020 kann ein Bevollmächtigter einer der Wirtschaftsakteure in der Union sein, die für bestimmte Produkte als Ansprechpartner der Marktüberwachung bereitstehen müssen.
Die Maschinenverordnung gilt ab dem 20. Januar 2027. Bis dahin regelt die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG den Bevollmächtigten. Für Käufer ist ein Bevollmächtigter in der EU vor allem ein Ansprechpartner, über den Unterlagen und Informationen des Herstellers erreichbar sind. Er ersetzt aber nicht die Klärung, wer Einführer ist. Beide Rollen können bei unterschiedlichen Firmen liegen. Im Vertrag mit dem Hersteller sollten Name, Anschrift und Aufgabenumfang des Bevollmächtigten stehen. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
02 Industrie
Was das für ein großes Werk heißt.
Für einen Konzern, der Roboter aus China beschafft, ist ein Bevollmächtigter des Herstellers in der EU ein Prüfpunkt in der Lieferantenbewertung. Er erleichtert den Zugang zu technischen Unterlagen und die Kommunikation mit Behörden. Fragen Sie nach Name, Sitz und Umfang des Mandats.
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03 Abgrenzung
Abgrenzung zu verwandten Begriffen.
| Begriff | Unterschied |
|---|---|
| Einführer | Der Einführer bringt das Produkt aus einem Drittstaat in Verkehr und hat eigene Pflichten, der Bevollmächtigte handelt für den Hersteller. |
| Hersteller | Der Hersteller trägt die Verantwortung für Konstruktion und Konformität, der Bevollmächtigte übernimmt nur übertragbare Aufgaben. |
| Vertriebspartner | Ein Vertriebspartner verkauft Produkte, ohne automatisch Bevollmächtigter im Sinne des Maschinenrechts zu sein. |
04 Weiter
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05 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Was ist ein EU-Bevollmächtigter?
Ein EU-Bevollmächtigter ist eine in der EU ansässige Person oder Firma, die ein Hersteller schriftlich beauftragt, bestimmte Aufgaben in seinem Namen zu übernehmen. Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 definiert ihn in Art. 3 Nr. 19 und regelt das Mandat in Art. 12. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Welche Aufgaben hat ein Bevollmächtigter nach Maschinenverordnung?
Nach Art. 12 Abs. 2 der Maschinenverordnung muss das Mandat mindestens ermöglichen, technische Unterlagen und EU-Konformitätserklärung zehn Jahre bereitzuhalten, Behörden auf Verlangen alle Konformitätsnachweise zu übergeben und bei Maßnahmen gegen Risiken mitzuwirken. Konstruktion und technische Unterlagen bleiben Pflicht des Herstellers. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Brauche ich als Käufer einen Bevollmächtigten?
Als Käufer brauchen Sie selbst keinen Bevollmächtigten. Der Bevollmächtigte wird vom Hersteller benannt. Für Sie ist wichtig, wer in der EU als Wirtschaftsakteur verantwortlich ist: Hersteller mit EU-Sitz, Einführer oder Bevollmächtigter. Fehlt ein solcher Akteur, kann die Einfuhr Probleme machen. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
Quellen · Stand Oktober 2026
- Verordnung (EU) 2023/1230 (Maschinenverordnung)
- Verordnung (EU) 2023/1230, Volltext mit Art. 3, Art. 12 und Art. 13 (umwelt-online)
- Verordnung (EU) 2019/1020 über Marktüberwachung, Art. 4
- Richtlinie 2006/42/EG (Maschinenrichtlinie)
Allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Zollberatung. Maßgeblich sind die jeweiligen Rechtstexte und Bescheide.
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